Trio schmuggelt Marihuana mit der Fischergondel über den See

Vorarlberg / 11.11.2020 • 22:28 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Bootsführer musste sich ebenfalls vor Gericht verantworten.  EC
Der Bootsführer musste sich ebenfalls vor Gericht verantworten.  EC

Cannabisfreunde versteckten sich im Schilf vor der Polizei, verurteilt wurden sie nun trotzdem.

feldkirch  Eigentlich sollten heute drei Angeklagte zu dem Suchtmittelverfahren erscheinen, doch es sind nur zwei. Die Verteidigerin des Drittangeklagten stellte eine Vertagungsbitte. Der Grund: Sie ist positiv auf Corona getestet worden. Ihr Kanzleikollege kann ebenfalls nicht kommen, da auch er in Quarantäne bleiben muss. So findet der Prozess vorerst gegen zwei junge Männer im Alter von 22 und 23 Jahren statt. Sie rauchten offenbar gerne einen Joint, da waren sie auch nicht abgeneigt, einen Freund und Lieferanten des Marihuanas aus der Schweiz abzuholen. Inklusive des begehrten Krautes, versteht sich. Der Organisator des Stoffes fuhr mit dem Rad in die Schweiz und kaufte dort 1,5 Kilo Marihuana. Dabei handelte es sich um mit Cannabinoiden versetztes CBD-Marihuana. Das ist Hanf, der an und für sich zu wenig der psychoaktiven Substanz enthält, um richtig „einzufahren“. Doch mit dem entsprechenden Zusatz besprüht, entfaltet das Marihuana sehr wohl eine Wirkung. Die unangenehme Begleiterscheinung: Den Konsumenten wird davon oft übel.

Wie auch immer, der junge Mann schmuggelte 1,5 Kilo davon vom alten Rhein nach Hard. Am Abend traf man sich und der Bootsführer und dessen Freund erhielten 15 und 10 Gramm als Dankeschön dafür, dass sie den Käufer des speziellen Marihuanas samt dessen Fahrrad am Alten Rhein abgeholt hatten.

Im Schilf versteckt

Nachdem das Trio am Alten Rhein in der Nähe des Steakhauses wieder in See gestochen war, sahen sie die Polizei ihre Runden drehen. Der Bootsführer lenkte die Fischergondel rasch ins Gebüsch, um nicht aufzufallen. „Was soll das?“, wunderte sich noch einer der Kollegen über das seltsame Manöver im Schilf. Aufgeflogen ist die Sache dennoch. Während der Erstangeklagte noch versucht, dem Gericht zu erzählen, er habe nicht gewusst, warum er mit seinem Boot an die Grenze fahren sollte, gibt sein Arbeitskollege zu, dass ziemlich klar war, zu welchem Zweck man einen Abstecher Richtung Schweiz machen sollte. Inzwischen habe er mit dem Rauchen aufgehört, früher habe er teils fünf Gramm pro Tag konsumiert. „Das war echt viel“, räumt der 23-Jährige ein. Dass er damals sogar selbst sechs Pflanzen anbaute, um direkt an der Quelle zu sitzen, gesteht er ebenfalls.

Viel Geld

Als Strafe für die diversen Gesetzesverstöße erhält der Erstangeklagte eine Strafe von 3600 Euro. Der Zweitangeklagte 3840 Euro und sechs Monate Haft auf Bewährung. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Der Dritte im Bunde muss sich vor Gericht verantworten, sobald seine Anwältin wieder genesen ist. EC

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