Vorarlberger sind viel weniger unterwegs

Vorarlberg / 11.11.2020 • 22:11 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Vorarlberger bleiben wieder mehr daheim. Das zeigt sich auch in Dornbirn.VN
Die Vorarlberger bleiben wieder mehr daheim. Das zeigt sich auch in Dornbirn.VN

Minus 46 Prozent: Mit dem Lockdown ist die Mobilität noch einmal stark zurückgegangen.

WIEN Bei den Infektionszahlen macht sich der zweite Lockdown noch kaum bemerkbar. In gewisser Weise ist er jedoch wirkungsvoll: Es sind viel weniger Menschen unterwegs. In Vorarlberg ist die Mobilität mit Inkrafttreten der weitreichenden Beschränkungen deutlich zurückgegangen. Das zeigt der Google Mobility Report für das gesamte Land, aber auch die Bezirke.

Google weiß sehr viel – und einen Teil davon macht es in der Pandemie auch öffentlich. Konkret: In Vorarlberg liegt die Mobilität im Bereich „Einzelhandel und Freizeit“ um 46 Prozent unter Vor-Corona-Niveau.

Ähnlich groß ist der Rückgang mit 48 Prozent im Bereich „Bahnhöfe und Haltestellen“. Das lässt darauf schließen, dass viel weniger Frauen, Männer und Kinder öffentliche Verkehrsmittel benützen. Umgekehrt sind sie um zwölf Prozent mehr zu Hause.

Zumindest zur Bekämpfung der Pandemie ist das gut: Schon im September ist die Mobilität hierzulande um gut ein Viertel eingebrochen. Ähnlich war es in der Schweiz. Martin Ackermann, Leiter der Corona-Task-Force der eidgenössischen Regierung, meinte jedoch, dass das noch nicht ausreiche. Die Leute müssten sich weiter einschränken. Grund: Je mehr unterwegs sind, desto eher kommt es zu Kontakten – und damit auch Ansteckungen.

Der Bereich „Einzelhandel und Freizeit“ enthält beim „Google Mobility Report“ unter anderem auch Gasthäuser, Bars und Kinos. Sie sind mit dem Lockdown geschlossen worden. Womit der Rückgang logisch ist. Auffallend: Am 2. November, also unmittelbar vor den Verschärfungen, waren noch einmal relativ viele Leute unterwegs; sie haben die Möglichkeiten ganz offensichtlich ein „letztes“ Mal ausgekostet.

Starkes Minus in Bludenz

Größere Rückgänge gab es in den vergangenen Wochen an Sonntagen und am Nationalfeiertag; im Bezirksvergleich sind sie zudem in Bludenz und Bregenz überdurchschnittlich. Für den Bereich „Einzelhandel und Freizeit“ wird hier aktuell ein Minus von 60 bzw. 54 Prozent ausgewiesen. Erklärbar ist das mit dem Referenzzeitraum, gegenüber dem die Veränderungen berechnet werden: Es handelt sich um den Zeitraum vom 3. Jänner bis 6. Februar, also den Hochwinter, in dem etwa im Montafon, im Bregenzerwald und am Arlberg mehr los ist. Im Bezirk Dornbirn beträgt das Minus zurzeit 41 Prozent, in Feldkirch 46 Prozent.

Mobiler als in der ersten Welle

Die Daten machen deutlich, dass der zweite Lockdown bisher milder gewesen ist als der erste. Damals stand „Daheim bleiben“ noch stärker im Vordergrund. Ergebnis: Ende März, Anfang April brach die Mobilität in Vorarlberg um bis zu 90 Prozent ein, und die Leute waren um rund 20 Prozent mehr zu Hause als vor Beginn der Pandemie. JOH

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