Anrainer der “Ostumfahrung” wollen sich mit allen Mitteln querlegen

Vorarlberg / 12.11.2020 • 19:48 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Anrainer „Am Neuner“ wollen sich zur Wehr setzen. VN/Hämmerle
Die Anrainer „Am Neuner“ wollen sich zur Wehr setzen. VN/Hämmerle

Lustenau „Am Neuner“ heißt der anmutige Fleck Lustenau in unmittelbarer Nähe des Riedes an der östlichen Peripherie des Riedes. Die Natur entfaltet dort ihrer ganzen Charme, die Bewohner der gleichnamigen Wohnstraße genießen dort eine hohe Wohn- und Lebensqualität.

Aus mit der Ruhe

Doch mit der angenehmen Ruhe ist es dieser Tage dort vorbei. Knapp 300 Meter Richtung Ried soll dort die geplante Ostumfahrung Lustenau (CP-Variante) als Teil der Bodenseeschnellstraße vorbeiführen. Für die Anwohner ist allein diese Vorstellung so verstörend, dass sie sich schon jetzt für den totalen Widerstand wappnen.

„Wir gehen so weit wir nur können und noch weiter, um diesen kompletten Schwachsinn zu verhindern“, sagt Gerhard Bösch mit dem Brustton der Überzeugung und erntet ein eifriges Nicken seitens einer Gruppe Nachbarn, die sich versammelt hat, um die Lage zu besprechen. Was für die „Am Neuner“-Bewohner ein totales No go ist: „Wenn sie die Straße auf der Oberfläche bauen wollen“, sagt Robert Mayer, Anwalt von Beruf. Was er überhaupt nicht versteht: „Wie kann man eine Z-Variante mit dem Argument der Naturbeeinträchtigung verwerfen und gleichzeitig eine Variante befürworten, die Menschen massiv belastet? Die meisten der versammelten Nachbarn zeigen sich vollkommen überrascht von der am Mittwoch bekanntgegebenen Entscheidung der Asfinag. Nur einer nicht: Hugo Eisele. Der Neo-Pensionist hat beobachtet, wie regelmäßig fremde Personen die Straße aufsuchten, um auf den umliegenden Flächen Untersuchungen zu machen. „Ich habe ihnen zugeschaut, ihnen erlaubt bei mir zu parken und ihnen auch Kaffee gereicht. Sie wollten mir nicht verraten, zu welchem Zweck sie die Untersuchungen hier machen. Aber ich dachte mir gleich: Die untersuchen die CP.“ 

Nicht geglaubt

Immer wenn Eisele seine Vermutung Bekannten und Freunden mitteilte, wollten die ihm nicht glauben. „Aber für mich war klar, dass man die CP als Entlastungsstraße präsentieren wird. Deshalb hat mich das alles auch nicht wirklich überrascht.“

Andreas Grabher, ein anderer Nachbar, will eine Autobahnverbindung im Raum Mäder verwirklicht sehen. „Die wäre am kürzesten und würde viel weniger kosten. Dass die Lustenau womöglich nichts nützt, glaubt Grabher nicht.

Eine bemerkenswerte Erklärung für die geplante Hochleistungsstraße in der Nachbarschaft hat Gerhard Mayer. „Ich könnte mir vorstellen, dass die Asfinag diese Straße vorschlägt, weil sie genau weiß, dass sie nie verwirklicht wird. So spart sich der Betreiber eine Menge Geld.“ VN-HK

Hugo Eisele mit Gattin Sabine. Die beiden rochen den Braten.VN/Hämmerle
Hugo Eisele mit Gattin Sabine. Die beiden rochen den Braten.VN/Hämmerle

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