Beim Personal muss alles ran

Vorarlberg / 12.11.2020 • 22:33 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Ebenso wie bei den Intensivbetten könnte die Situation auch beim Intensivpersonal bald eng werden. Schon jetzt wird von allen Seiten ausgeholfen.khbg
Ebenso wie bei den Intensivbetten könnte die Situation auch beim Intensivpersonal bald eng werden. Schon jetzt wird von allen Seiten ausgeholfen.khbg

Schon über 200 Spitalsbedienstete fallen wegen Corona aus.

Feldkirch Coronainfektionen und damit verbundene Absonderungen beginnen sich auch beim Personal in den Krankenhäusern zu häufen. Aktuell gibt es 214 Betroffene, wobei 114 Mitarbeitende positiv getestet wurden und sich zusätzlich 100 in Quarantäne befinden. Eine Urlaubssperre gibt es allerdings noch nicht. „Mit den vorhandenen Personalkapazitäten können wir den derzeitigen Betrieb decken“, verlautete auf VN-Nachfrage aus der Krankenhausbetriebsgesellschaft (KHBG). Auch von einer alarmierenden Situation will noch niemand sprechen. Eine solche sei erst gegeben, wenn die Infektionen weiterhin steigen und immer mehr Beschäftigte nicht dienstbereit wären.

Angst vor Schulschließungen

Thomas Steurer, der Vorsitzende des Zentralbetriebsrats, bestätigt: „Derzeit geht es noch, aber lange sollte sich das nicht mehr hinziehen.“ Durch die Reduktion des OP-Programms konnte Personal aus der Anästhesie und Chirurgie freigespielt werden. Außerdem helfen Mitarbeitende aus anderen Krankenhäusern aus. So ist etwa Personal der Intensivstation im LKH Rankweil derzeit in Bludenz und Hohenems im Einsatz. Selbst Chirurgen unterstützen mit medizinischen Tätigkeiten die Kollegen auf der Intensivstation. „Es braucht jetzt alle Berufsgruppen“, sagt Steurer. Und mit noch einem Gedanken müsse man sich langsam anfreunden, dass nämlich auch abgesondertes, aber negativ getestetes Personal bald notwendig werden könnte. Er bezeichnet die Lage als angespannt, aber noch nicht ernst. Was aus seiner Sicht jedoch sehr wohl gröbere personelle Turbulenzen verursachen könnte, wäre die Schließung von Schulen. Das habe sich schon im Frühjahr gezeigt.

Noch wird abgewartet

Derzeit werden 144 Covidpatienten auf Normalstationen und 38 auf Intensivstationen betreut. Von den 63 Intensivbetten stehen allen Patienten noch 14 zur Verfügung. Eine weitere Aufstockung der Intensivkapazitäten ist trotzdem vorerst nicht geplant. Die Aufstockung sei ein ständiges Thema, „auch hier folgen wir einem Stufenplan in Abhängigkeit von Patientenaufkommen und Mitarbeiterstand.“ VN-MM

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