Beschädigte Wohnwagen, Drogen, Drohungen und Schlägereien

Vorarlberg / 12.11.2020 • 19:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die drei Angeklagten haben einiges auf dem Kerbholz. <span class="copyright">EC</span>
Die drei Angeklagten haben einiges auf dem Kerbholz. EC

Drei Angeklagte mussten sich einer ganzen Liste von Vorwürfen stellen.

Feldkirch Aufgrund der vielen Strafanträge wird es langsam unübersichtlich. Zwei der drei Beschuldigten waren bereits in U-Haft, wenig später machten sie schon wieder in gewohnter Manier weiter. Das heißt, mit einer bunten Mischung aus Körperverletzung, Drohung, Nötigung, Sachbeschädigung. Sechs Zeugen müssen gehört werden, ehe das Urteil über den 17-jährigen und dessen 23-jährigen Freund gesprochen wird. Angeklagter Nummer drei kommt ohne Vorstrafe davon, dabei hat er sich auch einiges geleistet.

Ein 23-jähriger Afghane wollte Kokain bei einem der Männer kaufen. Doch wegen Reklamationen hinsichtlich der Qualität kam es zum Streit. Der Afghane zögerte, den Stoff, den er bereits eingesteckt hatte, zurückzugeben. Der 21-jährige Arbeitslose ging daraufhin mit dem Baseballschläger auf ihn los und schlug ihm gegen das Knie. Gebrochen ist nichts, einen Tag schmerzte aber das Bein, weshalb der Angreifer mit einer Diversion in Form von 40 Stunden gemeinnütziger Leistungen und 150 Euro für den 23-Jährigen davonkommt.

Zerstörungswut und Gewalt

Der Erstangeklagte, ein 17-jähriger Oberländer, hat bereits eine Vorstrafe. Das hielt ihn aber nicht davon ab, auf einem Campingplatz in Schruns etliche Wohnwagen zu beschädigen. Hauptsächlich wurden Scheiben eingeschlagen. Den Schaden von 6500 Euro will er zurückzahlen. Das dürfte allerdings schwierig werden, da er zurzeit bei einem Überbrückungsjob maximal 400 Euro pro Monat verdient. 10.000 Euro Schulden sind für BH-Strafen und dergleichen noch offen. Der junge Mann hat darüber hinaus noch einiges anderes auf dem Kerbholz. Zum Beispiel äußerst aggressives und grobes Vorgehen gegen einen Kollegen, mit dem er einst gut befreundet war. Sogar vor dem Prozess versuchte man den Zeugen mit Drohungen unter Druck zu setzen, damit er seine Aussage revidiert. Vor einer Tankstelle passte der Teenager den 20-Jährigen ab und schlug ihm mit der Faust auf den Hinterkopf. Diagnostiziert wurden eine Schädelprellung und ein Schleudertrauma. „Trau dich nicht nach Feldkirch! Du schaffst es nicht bis in den Gerichtssaal“, hieß es in einem „anonymen“ Anruf einen Tag vor dem Prozess. Auch dem Zweitangeklagten sind Drohungen nicht fremd. Zwei unbeteiligte Zeuginnen beobachteten die Szenen vom McDonald´s aus.

1000 Euro

„Das ist alles gelogen“, bleibt der 17-Jährige bei seiner Unschuldsversion. Er wird zu einer Strafe von vier Monaten auf Bewährung plus 1000 Euro Geldstrafe verurteilt. Knapp 1000 Euro muss er an Gutmachung leisten. Sein Kollege wird ebenfalls verurteilt, ihn trifft es wegen Nötigung ebenfalls mit 1000 Euro Strafe. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

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