Bregenzer ergaunert sich Zähne

Vorarlberg / 13.11.2020 • 22:25 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der 42-Jährige muss 1080 Euro Strafe zahlen.  EC
Der 42-Jährige muss 1080 Euro Strafe zahlen.  EC

42-Jähriger wusste laut Gericht, dass er 10.000-Euro-Rechnung nicht bezahlen kann.

Feldkirch Der Bregenzer hat eine Menge Schulden und die schleppt er bereits seit Längerem mit sich herum. Das Problem ist, dass die Gesundheit keine Rücksicht auf die Finanzen nimmt. Eine Zahnbehandlung stand an und vor allem eine Behandlung, die man in der Regel zum größten Teil selbst bezahlen muss und keinen, oder nur einen geringen Anteil von der Kasse zurückbekommt. Vier Implantate, Kostenpunkt 9990 Euro.

Situation nicht offengelegt

Der Mann begab sich zu einem Spezialisten, legte aber seine finanziellen Verhältnisse nicht dar. Er war zu dem Zeitpunkt bereits arbeitslos und bezog auch Arbeitslosengeld, dennoch meldete er sich für den kostenintensiven Eingriff an, den er schlussendlich nicht bezahlen konnte. Er bezahlte zwar mittlerweile 5000 Euro, doch den Rest hat er schlichtweg nicht. Damals hoffte er auf eine Anstellung in der Schweiz, wo er rund 2000 Euro netto verdient hätte. Dazu kam es aber nie. Corona habe das Ganze verschärft, er habe immer noch keine Stelle gefunden, meint der wegen Betruges Angeklagte.

Mehrere Exekutionen

Damals hatte der Mann bereits einen beträchtlichen Schuldenberg angehäuft. Auch kleine Beträge wie 150 Euro warteten auf Bezahlung. Die Behörden versuchten zu exekutieren, doch der Mann hatte nichts, was man hätte versteigern können, er lebt bereits mit dem Existenzminimum.

„Ich wollte niemanden hintergehen, ich war der festen Ansicht, dass ich das bezahlen werde können“, sagt der Beschuldigte. Er habe den Arzt kontaktiert und versucht, mit ihm eine Ratenzahlung zwischen 250 und 500 Euro monatlich zu vereinbaren, dieser sei darauf jedoch nicht eingegangen, weil die Bezahlung dann viel zu lange dauern würde. Bald hat der Ex-Patient noch mehr Schulden, wegen schweren Betruges muss er 1080 Euro Strafe zahlen, weitere 1080 Euro gibt es auf Bewährung. Er akzeptiert das Urteil, es ist jedoch noch nicht rechtskräftig. EC

Du hast einen Tipp für die VN Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@vn.at.