Kopfschütteln über Infopolitik

Vorarlberg / 13.11.2020 • 19:13 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Landesrat Tittler erfuhr aus den Medien und nicht von LH Wallner von der S-18-Trassenentscheidung.VN
Landesrat Tittler erfuhr aus den Medien und nicht von LH Wallner von der S-18-Trassenentscheidung.VN

Überrumpelung Es war Verkehrsministerin Leonore Gewessler (43, Grüne) persönlich, die am Mittwoch den Vorarlberger Landeshauptmann Markus Wallner (53, VP) anrief, um ihm die Kunde von der S-18-Trassenentscheidung mitzuteilen. Aus dem Büro im sechsten Stock des Landhauses in die unteren Etagen hat es die Nachricht aber nicht geschafft. Der zuständige Straßenbaulandesrat Marco Tittler (44, VP) erfuhr davon aus den Medien, selbst die Aussendung der Asfinag, die an die Medien versendet wurde, kannte Tittler offenbar nicht. Lustenaus Bürgermeister Kurt Fischer (57, VP) befand sich in einer Sitzung, als das Telefon klingelte und ein Journalist seine Meinung zur Trassenentscheidung hören wollte. Bis zu diesem Zeitpunkt war Fischer diese Nachricht völlig unbekannt. Im VN-Interview bezeichnet er diese Art der Kommunikation als „indiskutabel“. Für Verwunderung in den Reihen der Vorarlberger Volkspartei soll auch der Umstand sorgen, dass der bei Gewessler angesiedelte Staatssekretär Magnus Brunner (48, VP) die Trassenentscheidung ebenso nicht kannte. In der Asfinag geht es währenddessen ruhig weiter. Nun wird weiter geprüft, wie das Großprojekt überhaupt umgesetzt werden könnte. Die Volkspartei kann jetzt die Zeit nutzen, um die dicke Luft zu beseitigen.

Neuer Besitzer gesucht Wie in den VN berichtet, hat sich der neue Bregenzer Bürgermeister Michael Ritsch (52, SP) vom Auto seines Vorgängers Markus Linhart (61, VP) getrennt. Ritsch selbst hat zwar vor zwei Jahren für die Anschaffung des 5er-BMWs gestimmt. „Es ist das gute Recht eines Bürgermeisters, zu entscheiden, wie er unterwegs ist“, erklärt er heute. Ritsch hat sich nun anders entschieden und ein E-Auto angeschafft. Der BMW kann nun ersteigert werden. Mindestgebot 38.000 Euro. Ritsch: „Das Auto hat alles, was ein BMW haben muss. Neu hat er über 70.000 Euro gekostet, ist zwei Jahre alt und hat 10.000 Kilometer auf dem Tacho.“ Es soll ja Menschen geben, die Spaß haben, ein einstiges Bürgermeisterauto zu fahren, meint Ritsch.

Rote punkte Dass der Vorarlberger Gemeindeverband mit Andrea Kaufmann (51, VP) als neu gewählter Präsidentin von der Volkspartei dominiert wird, ist kein Geheimnis. Seit den jüngsten Gemeindewahlen weise „der schwarze Verband doppelt so viele rote Punkte als bisher auf“, heißt es im Verband. Neben Bürgermeister Michael Ritsch (51) sind jetzt nämlich auch dessen Funktionskollegen sowie Parteifreunde Martin Staudinger (41) oder Georg Bucher (58) und Josef Lechthaler (32) im 22-köpfigen Vorstand vertreten. Stadtchef Dieter Egger (51, FP) und Gemeindechef Florian Kasseroler (60, FP) sorgen für zwei „blaue Tupfen“ im Verband.

Du hast einen Tipp für die VN Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@vn.at.