Wie sich heimische Schulen für möglichen Lockdown rüsten

Vorarlberg / 13.11.2020 • 17:30 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Wie sich heimische Schulen für möglichen Lockdown rüsten
Verlassene Schulen, leere Klassenzimmer: Das könnte es in der kommenden Woche auch in Österreich wieder geben. AP

Gespanntes Warten auf Regierungsentscheid: Bleiben die meisten Schulen offen, oder doch nicht?

Bregenz An 134 Vorarlberger Schulen mussten laut Bildungsdirektion in den vergangenen zehn Tagen 371 Infektionenen mit dem Coronavirus registriert werden. Das heißt: Mehr als die Hälfte aller 290 Schulen in Vorarlberg verzeichneten in diesem Zeitraum Ansteckungen. Weil die Coronazahlen bundesweit in vielen Bereichen weiter steigen, wird die Bundesregierung am Wochenende eine Verschärfung der Maßnahmen beschließen. Erwischt es dieses Mal auch wieder die Schulen? Kommt es erneut zu einer Totalschließung der Bildungsstätten, oder wird nach der Oberstufe womöglich nur die Sekundarstufe I auf unbestimmte Zeit aus den Schulgebäuden verbannt? Diese brennenden Fragen belasten seit Tagen die heimische Schulszene.

Ausreißer Sekundarstufe II

“Die Coronakommission hat sich mehrheitlich gegen umfassende Schulschließungen ausgesprochen, weil die Zahl der Ansteckungen im Schulbereich um vieles geringer ist als in anderen Bereichen. Vor allem in Kindergärten und Volksschulen ist die Zahl der Infektionen sehr gering, und auch in der Sekundarstufe I liegen wir deutlich unter dem Durchschnitt. Lediglich in der Sekundarstufe II ist das Infektionsgeschehen stärker ausgeprägt. Aber auch da liegen wir im Vergleich mit anderen Bereichen unter dem Durchschnitt”, analysiert Andreas Kappaurer (59), pädagogischer Leiter der Bildungsdirektion Vorarlberg, die Situation.

Alles vorbereitet

Die Schulen im Land stellen sich dessen ungeachtet auf einen Lockdown ein. “Wir sind vorbereitet”, sagt Christian Höpperger (51), Direktor an der Mittelschule Hard-Mittelweiherburg. So wie die 220 Schüler und 30 Lehrer der Schule wartet auch er gespannt auf die Entscheidung aus Wien. Die MS Mittelweiherburg gehört zu jenen Bildungsstätten im Land, die noch keinen Infektionsfall zu verzeichnen hatten. Die Schule benutzt einheitlich die “Moodle Fit”- Lernplattform. Lehrer und Schüler wissen laut Direktor, wie man damit umgeht. Kritik äußert Höpperger an der Ausstattung der Schule mit Schutzausrüstung.

Wunsch nach Anlaufzeit

Gespannt der Dinge harrt Matthias Hagen (39), der neue Direktor der Volksschule Hohenems Markt. Auch er und sein Team hoffen, dass die Schule offen bleibt. “Aber wir sind vorbereitet”, betont der Schulleiter, der vor allem darüber froh ist, dass es eine gut funktionierende Kommunikationsplattform mit den Eltern gibt. “Mit einem Knopfdruck sind wir mit den Eltern verbunden. Das ist sehr wichtig.” Das Coronakernteam an der Schule habe gute Arbeit geleistet.

Mit einem Knopfdruck sind wir mit den Eltern unserer Schüler verbunden.”

Matthias Hagen, Direktor VS Hohenems Markt

Gut eingestellt auf alles, was kommen mag, sieht Klaus König (50), Direktor des BG Bregenz Blumenstraße , auch seine Schule. Während die Oberstufenschüler schon weg sind, könnten sich ab kommender Woche auch die Schüler der Unterstufe verabschieden und das Schulgebäude nahezu vereinsamt zurücklassen. “Von den Oberstüflern haben wir über ihre Erfahrungen der letzten Tage ein Feedback eingeholt, um den digitalen Unterricht zu optimieren und diese Erkenntnisse auch für die Sekundarstufe eins zu nutzen, falls es zum Lockdown kommt”, betont König.

An die Schulverantwortlichen in Wien hat König im Falle eines Lockdowns nur einen dringenden Wunsch: “Man soll nicht schon am Montag zusperren, sondern uns eine Anlaufzeit von etwa zwei Tagen geben, damit wir auch alles gut organisieren können.”

Corona in den Schulen

Letzte zehn Tage: 371 Fälle an 134 Schulen (55 Volksschulen, 41 Schulen Sekundarstufe I, 38 Schulen Sekundarstufe II)

57 Schüler an Volksschulen

88 Schüler in der Sekundarstufe I

141 Schüler in der Sekundarstufe II

85 Lehrpersonen insgesamt

31 Lehrer an Volksschulen

28 Lehrer in der Sekundarstufe I

26 Lehrer in der Sekundarstufe II

Fälle insgesamt

648 Schüler

186 Lehrpersonen

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