Beim Impfstoff geht’s voran

Vorarlberg / 16.11.2020 • 22:21 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Beim Impfstoff geht’s voran

Massiver Personaleinsatz auch bei der Kontaktnachverfolgung.

Dornbirn, Wien Mit massivem Personaleinsatz hat das Land alle noch offenen Coronafälle am Wochenende abgearbeitet. Dafür waren 180 Landesbedienstete sowohl beim Infektionsteam wie in der Sanitätsabteilung im Freiwilligeneinsatz. Rund 4000 positiv getestete Personen wurden angerufen. Landeshauptmann Markus Wallner und Gesundheitslandesrätin Martina Rüscher sprachen von einer erfolgreichen Contact-Tracing-Offensive. Auch das Infektionsteam, das die Kontaktnachverfolgungen durchführt, bekam mehr Mitarbeitende. Derzeit konzentrieren sich 225 Personen auf diese aufwendige Arbeit. Bei der Entwicklung eines Impfstoffs geht es derzeit ebenfalls Schlag auf Schlag. Nach BioNTech und Pfizer meldet aktuell der US-Konzern Moderna einen Durchbruch. Auch sein Impfstoff soll einen mehr als 90-prozentigen Schutz gegen Covid-19 bieten. Bereits in den kommenden Wochen soll in den USA eine Notfallgenehmigung beantragt werden.

Bessere Lagerfähigkeit

Die Hoffnung, dass tatsächlich bald ein wirksamer Impfstoff auf den Markt kommt, hält der Leiter des Molekularbiologischen Labors des Vivit-Instituts in Dornbirn, Dozent Axel Mündlein, für durchaus berechtigt. „Es gibt ja noch zahlreiche andere Anbieter, die mit ihren Impfprojekten auch schon sehr weit sind“, nennt er als Beispiel das Pharmaunternehmen Curevac, das demnächst seine Ergebnisse aus Zwischenstudien vorlegen wird. Dabei gehen Moderna und Curevac mit einem enormen Wettbewerbsvorteil ins Rennen, denn ihre Impfstoffe sollen auch bei höheren Temperaturen lagerfähig sein. Der Impfstoffkandidat von Moderna etwa ist laut Unternehmensangaben bei Standard-Kühlschranktemperaturen von 2 bis 8 Grad 30 Tage lang stabil. „Damit könnte jeder Hausarzt die Impfung vornehmen“, erklärt Axel Mündlein. Beim Impfstoff von BioNTech/Pfizer würde es hingegen Impfzentren benötigen, weil dieser eine Lagertemperatur von kolportierten -80 Grad erfordert. Allerdings wird an der Lagerfähigkeit noch gearbeitet.

Je mehr Impfstoffe produziert werden, umso besser, weil die Menge auch Einfluss auf den Preis hat. Unklar ist nämlich noch, ob es zwei Impfungen braucht oder eine Dosis reicht. Die Sicherheit steht für Mündlein indes außer Frage. „Die veröffentlichten Zwischenergebnisse beruhen auf Fakten und wurden von mehreren Behörden geprüft“, sagt er. Bis ein Impfstoff verfügbar ist, muss allerdings noch mit anderen Mitteln gegen die Coronapandemie angegangen werden. Dazu zählt vor allem das rasche Absondern von positiv Getesteten sowie unmittelbaren Kontaktpersonen. Vorarlberg hat unlängst auf eine digitale Erstinformation umgestellt. In den vergangenen fünf Tagen haben 2736 positiv getestete Personen das Online-Formular ausgefüllt und dabei 3202 Personen im gemeinsamen Haushalt und 1602 enge Kontakte gemeldet. Von den 1602 engen Kontakten haben 1454 Personen ihren Kontakt bestätigt.

Antigenteststraße errichtet

Wirkung zeigt laut Martina Rüscher ein weiteres Früherkennungssystem: Personen, die beim Hausarzt ein positives Antigen-Testergebnis erhalten, werden, wie schon berichtet, gleich in der Ordination über die sofortige Absonderung für sich und die Personen im gemeinsamen Haushalt informiert. Bisher wurden im niedergelassenen Bereich 13.173 Antigen-Tests durchgeführt, davon waren 3113 positiv. Neu ist eine Antigenteststraße für Kontaktpersonen der Kategorie 1 in der Messe Dornbirn. „Diese Verstärkung soll beibehalten werden, um künftige Spitzen abfedern zu können“, erklärte Markus Wallner. In einem nächsten Schritt sollen dann auch Bescheide digital automatisiert erstellt werden. „Mit diesen Maßnahmen hat Vorarlberg das Contact Tracing wieder im Griff“, geben sich Wallner und Rüscher diesbezüglich zuversichtlich. VN-MM

„Mit diesen Maßnahmen hat Vorarlberg das Contact-Tracing wieder im Griff.“

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