Messequartier wird zum Coronazentrum

Vorarlberg / 17.11.2020 • 22:42 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die Zugänge sind genau gekennzeichnet.

Die Zugänge sind genau gekennzeichnet.

Pandemiebekämpfung auf einen Standort konzentriert.

Dornbirn Die Medienvertreter werden mit FFP-2-Masken ausgestattet. Sicher ist sicher. Immerhin geht es in eines der Herzstücke der Pandemiebekämpfung, nämlich in das neue Testzentrum, mit dem das Rote Kreuz von Röthis ins Messequartier übersiedelt ist. Seit Sonntag werden dort Abstriche für PCR- und Antigentests abgenommen. Letztere sind jedoch nur für Kontaktpersonen der Kategorie 1 gedacht. Was in jedem Fall gilt: In der Halle lässt es sich deutlich besser arbeiten als im zugigen Frutzpark. „Hier ist es warm und hell“, sagt Julian Spiegel, Leiter des Testzentrums, und freut sich mit seinen gut 70 Kolleginnen und Kollegen, nicht mehr in der Kälte stehen zu müssen. Das helfe, auch Krankenstände in den Teams zu vermeiden.

Sauerstoff für jedes Bett

Eine Halle weiter bietet sich ein anderes Bild. Kein Tageslicht, das irgendwo hereinsickert, stattdessen ein unterkühltes Raumklima. Das Notversorgungszentrum ist allerdings erst im Aufbau begriffen. Was bereits steht, sind die 2-Bett-Kojen, manche sind schon möbliert, andere noch weitgehend leer. In einigen stehen Krankenhausbetten, in anderen nur einfache Holzbetten. Gewürfelt wird bei der Belegung nicht. Die Krankenhausbetten gehen an Covidpatienten, die sich aufgrund des Alters oder anderer Beschwerden beim Aufstehen schwertun. Bereits installiert sind die Zuleitungen für die Sauerstoffversorgung. Die Errichtung des riesigen Sauerstofftanks vor der Halle bezeichnete Karl Fenkart, Vorstand der Abteilungen Vermögensverwaltung und Hochbau, als größte Herausforderung bei der Reaktivierung des 200 Betten umfassenden Notversorgungszentrums. Zum Zug kamen dabei ausschließlich Vorarlberger Firmen. Am Donnerstag kommender Woche geht das Notspital offiziell in Betrieb, dennoch hoffen alle, dass es, so wie im Frühjahr, nicht gebraucht wird.

Auf Abstand

Weiterhin eine Notwendigkeit bleibt das Testzentrum. Rund 500 Antigentests und 1200 PCR-Tests können täglich durchgeführt werden. Die Antigenteststraße besteht aus Bierbänken und Biertischen. 48 Plätze stehen insgesamt zur Verfügung, aber nur zwölf Personen werden jeweils einzeln und auf Abstand getestet. Während sie auf das Ergebnis warten, kommt der nächste Schwung an die Reihe. Die PCR-Teststraße ist etwas aufwendiger ausgestaltet. Hierher kommen nur Personen mit Symptomen. Die Rotkreuz-Mitarbeiter befinden sich während der Probenabnahme in einem kleinen abgeschlossenen zeltähnlichen Raum mit Durchreichen nur für die Hände. Sicherheit geht in jedem Fall vor.

Ebenfalls im Messequartier untergebracht ist das Infektionsteam. Landeshauptmann Markus Wallner sprach bei der Besichtigung schon vom „Coronazentrum des Landes“. Er erwähnte auch die leicht rückläufigen Infektionszahlen. Ein nachhaltiger Trend sei jedoch noch nicht zu beobachten. Vorsorglich wurden deshalb die Intensivkapazitäten in den Spitälern von 63 auf 71 Betten bzw. Plätze aufgestockt. „Damit kommen wir durch“, gab sich Wallner zuversichtlich. VN-MM

„Die Infektionszahl ist zwar rückläufig, ein nachhaltiger Trend aber nicht zu beobachten.“

Genug Arbeit für die RK-Mitarbeiter.

Genug Arbeit für die RK-Mitarbeiter.

PCR-Test unter besonderen Bedingungen.

PCR-Test unter besonderen Bedingungen.

Eingepackt von Kopf bis Fuß, werden die Tests abgenommen. Dennoch sind die Arbeitsbedingungen insgesamt besser geworden. vn/paulitsch
Eingepackt von Kopf bis Fuß, werden die Tests abgenommen. Dennoch sind die Arbeitsbedingungen insgesamt besser geworden. vn/paulitsch

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