Entspannter durch die Geburt

Vorarlberg / 18.11.2020 • 21:29 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Primar Michael Rohde und sein Team tun auch in Coronazeiten alles, um werdende Eltern gut durch die Geburt zu begleiten. khbg/mathis
Primar Michael Rohde und sein Team tun auch in Coronazeiten alles, um werdende Eltern gut durch die Geburt zu begleiten. khbg/mathis

Es herrscht fast Normalbetrieb auf den geburtshilflichen Abteilungen.

Bregenz Die zweite Pandemiewelle hat auch das Thema Schwangerschaft und Geburt wieder hochgespült. Im Gegensatz zum Frühjahr geht es auf den geburtshilflichen Abteilungen der Krankenhäuser diesmal aber deutlich entspannter zu. „Der Betrieb läuft ganz normal, Mütter und Babys dürfen sich geschützt und gut aufgehoben fühlen“, bekräftigt Primar Michael Rohde vom Landeskrankenhaus Bregenz. Beinahe zum Erliegen gekommen ist coronabedingt allerdings der „Geburtstourismus“ aus der deutschen Grenzregion. Der sei deutlich weniger geworden, aber: „Ein paar werdende Eltern haben sich doch getraut“, merkt Rohde schmunzelnd an.

Maske im Wochenbett

Zum inzwischen gewohnten Bild auf der Station gehört jedoch Schutzbekleidung beim Personal. Das gilt auch während einer Geburt. Die Schwangere muss in dieser Zeit keinen Mund-Nasen-Schutz tragen. Das könne ihr nicht zugemutet werden. Keine Ausnahme hingegen für Väter, die bei der Geburt dabei sein wollen: Für sie gilt Maskenpflicht. Maske auf heißt es dann auch für Mütter im Wochenbett, vor allem im Umgang mit dem Neugeborenen und beim Kontakt mit dem Personal. Für mehr Ruhe sorgt dafür die Besuchsbeschränkung. Väter oder eine andere Bezugsperson dürfen Mutter und Kind einmal täglich sehen. Zeitpunkt und Dauer sind an keine Vorgaben gebunden. „Ab 20 Uhr sollte aber Schluss sein“, wird Rohde konkret.

Unsicherheiten und Ängste in Bezug auf eine Ansteckung gibt es bei Schwangeren dennoch. „Da müssen wir tatsächlich öfter beruhigend einwirken“, sagt der Gynäkologe, denn draußen würden viele unbestätigte Meldungen kursieren. Er selbst betont: „Schwangere sind vom Alter her keine Risikogruppe und in den seltensten Fällen schwerkrank.“

Stillen erlaubt

Abgesehen davon sollten sich werdende Mütter überhaupt vor jeder Art von Infekten schützen. Michael Rohde bestätigt, dass auch auf seiner Abteilung bereits Schwangere mit einer Covid19-Infektion betreut wurden. „Kein Problem“, fügt er an. Das Kind darf trotzdem bei der Mutter bleiben, und sie darf auch stillen, hat im Umgang mit dem Kind jedoch einen Mund-Nasen-Schutz zu benutzen.

Das Risiko einer Übertragung des Virus auf das Kind im Mutterleib bezeichnet der Mediziner als äußerst gering. Schon eher könnte eine solche nach der Geburt erfolgen, „aber auch das scheint laut Studien ein eher seltenes Ereignis zu sein.“ Der Wert wird mit ein bis zwei Prozent angegeben. Er selbst habe das noch nicht erlebt, wohl aber, dass eine Grippe einer Schwangeren so zugesetzt hat, dass sie nach Innsbruck verlegt werden und das Kind per Kaiserschnitt früher geholt werden musste. Die Sache ging glücklicherweise für beide gut aus.

Trotz des geringeren Risikos gelte es aber in jedem Fall, Schwangere zu schützen. Beim geringsten Verdacht empfiehlt es sich, auch zu Hause und in der Familie die Coronaregeln, wenn nötig bis hin zur Maske einzuhalten VN-MM

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