Fürsorge, Tatkraft, Lebensfreude

Vorarlberg / 18.11.2020 • 17:15 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Oswald A. Brunner: Sein Wirken wird bleibende Spuren hinterlassen.
Oswald A. Brunner: Sein Wirken wird bleibende Spuren hinterlassen.

Im Alter von 84 Jahren starb der Unternehmer Komm.-Rat Oswald Brunner.

HÖCHST Am 10. November verschied mit Kommerzialrat Oswald A. Brunner, Großoffizier des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem, eine Vorarlberger Unternehmerpersönlichkeit, die von Tatkraft, Unternehmergeist, Pragmatismus, Weltoffenheit und der Liebe zu seiner Familie geprägt war. Für seine herausragenden Leistungen wurde er unter anderem mit dem Großen Verdienstzeichen des Landes Vorarlberg ausgezeichnet. 1996 verlieh ihm der Bundespräsident den Berufstitel Kommerzialrat. Oswald A. Brunner wurde am 17. August 1936 geboren. Vom 1. Juli 1959 bis zum 30. Juni 1960 arbeitete er im angesehenen englisch/amerikanischen Verlag Putnam & Co in der Great Russel Street in London. Seit damals ließen ihn die Bücher nicht mehr los. Wie er es stets formulierte, musste er sich das Geld für den Buchhandel – bis er 50 Jahre alt war – in der Textilbranche verdienen. Aber bereits 1965 gründete er die Buchhandlung Brunner, nachdem zwei Jahre vorher seine Eltern ihre Buch-, Kunst- und Devotionalienhandlung aufgegeben hatten. Mit Unterstützung seiner Frau Brigitte war es möglich, beide Berufe auszuüben. Die Buchhandlung Brunner präsentiert sich heute mit sieben Fachgeschäften in Bregenz, Dornbirn, Egg, Götzis, Höchst, Lustenau und Rankweil. Damit konnte sich das Unternehmen eine führende Marktstellung erobern. Der unternehmerische Erfolg basierte auf einer aktiven und innovationsfreudigen Geschäftsführung sowie auf seinem profunden Sach- und Fachwissen. Die bundesweite Anerkennung seiner beruflichen Fachkompetenz fand auch in seiner Funktion als Vorstandsmitglied im Hauptverband ihren Niederschlag.

Schon seit 1970 war Oswald A. Brunner im Gremialausschuss engagiert, dem er von 1980 bis 1990 als Gremialvorsteher-Stellvertreter und 1990 bis 2000 als Gremialvorsteher angehörte. Von 1990 bis 2000 gehörte er auch der Sektionsleitung Handel in der Wirtschaftskammer Vorarlberg an und seit 1992 war er im Sozialpolitischen Ausschuss. Daneben wirkte er auch als Delegierter im Kulturausschuss der Sparkasse Dornbirn für die Wirtschaftskammer.

Weitsicht für die Bedürfnisse des Buchhandels, kreative Problemlösungen sowie Engagement und Hartnäckigkeit bei der Umsetzung von Ideen waren besonders markante Eigenschaften von Oswald A. Brunner als Interessenvertreter. Mit seinen vielfältigen und ideenreichen Aktivitäten trug er als Gremialvorsteher und Vertreter im Hauptverband wesentlich zum guten Image des Vorarlberger Buchhandels bei. Auf seine Initiative ging auch der 1991 gegründete „Ehrenpreis des Vorarlberger Buchhandels“ zurück, der in der Literaturförderung des Landes Vorarlberg einen hohen Stellenwert einnahm. Im Hauptverband hat sich Brunner stark für den Erhalt der Buchpreisbindung eingesetzt.

Oswald A. Brunner war aber auch ein überaus engagierter Vertreter der mittelständischen Betriebe. Sein Einsatz für die kleinen und mittleren Unternehmen hat viele Entscheidungen der Sektionsleitung in der Wirtschaftskammer beeinflusst. Im Sozialpolitischen Ausschuss der Sektion, aber auch im Arbeitsrechtlichen Ausschuss der Wirtschaftskammer zeichnete er sich durch Engagement und Fachwissen aus. Neun Jahre vertrat er auch den Vorarlberger Handel bei den schwierigen Kollektivvertrags-Verhandlungen in Wien. Durch seine ausgleichende Art und seine Toleranz konnte er dazu beitragen, dass die KV-Abschlüsse nicht über das erwartete Ausmaß hinausgingen. Kommerzialrat Brunner war aber u. a. auch Mitglied des Hauptausschusses der Bregenzer Festspiele, Ehrenpräsident des Vorarlberger Tennisverbandes und Ehrenmitglied im Kiwanis-Klub Bregenz. Darüber hinaus war er ein Mann der ersten Stunde bei der Sanierung des Sanatoriums Mehrerau, war maßgeblich an der Anschaffung der neuen Glocken für die Pfarrkirche Höchst beteiligt und initiierte auch die Herausgabe eines Kunstführers für die Pfarrkirche Höchst.

Am meisten stolz war Oswald A. Brunner aber auf seine Familie, der stets seine Liebe und seine Gedanken galten. EE

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