Gericht: Diebische Putzfrauen bei Pensionistin

Vorarlberg / 18.11.2020 • 10:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Gericht: Diebische Putzfrauen bei Pensionistin
Eine der Angeklagten, die im Verdacht steht, eine Pensionistin bestohlen zu haben. ECKERT

82-jährige Dornbirnerin von Diebinnen bestohlen, angeklagt sind vielleicht die Falschen.

Feldkirch Im Juni hatte die 82-jährige Dame in Dornbirn in der Stadt zu tun. Sie fuhr mit dem Taxi, musste etwas in einem Schuhgeschäft erledigen und war auch kurz am Bahnhof. Dort sind in der Regel Rumäninnen aufhältig. Mit einer der Frauen kam die betagte Dame zwecks Putzdiensten ins Gespräch. Üblicherweise ist es eine Mischung aus Mitleid und Hilfsbedürftigkeit, die alte Menschen dazu bringt, wildfremde Personen in ihr Haus zu lassen. Im Alter wird der Alltag immer beschwerlicher, wenn wenigstens jemand die Putzdienste übernimmt, ist das eine große Erleichterung. Jedenfalls kam die fremde Frau in das Haus der Dornbirnerin. Mit dabei eine angebliche Putzkollegin. Doch die beiden waren nicht zum Reinigen gekommen, sondern hatten anderes im Sinn. 

Abgelenkt und gestohlen

Die beiden Frauen gingen „arbeitsteilig“ vor. Während die eine die Räumlichkeiten auskundschaftete, lenkte die andere die Hausbesitzerin gekonnt ab. Es ist immer das gleiche Vorgehen, man muss angeblich kurz aufs WC oder Wasser trinken. Niemand geht dieser Person nach, eine günstige Gelegenheit für Diebe.

Jedenfalls fehlte nach dem vermeintlichen Putzeinsatz einiges. Gestohlen wurde Goldschmuck, angeblich im Wert von über 5000 Euro, sowie zwei Goldringe und eine Taschenuhr, ebenfalls aus Gold. Der Wert der Uhr: 5000 Schweizer Franken. Auch ein Zigarettenetui fehlte.

Am Landesgericht Feldkirch sind nun zwei Rumäninnen angeklagt, doch es ist nicht sicher, ob das überhaupt die betreffenden Frauen waren. Die Angeklagten sind 43 und 50 Jahre alt und sie verdienten ihr Geld tatsächlich mit Putzen. Ein Taxilenker und die Bestohlene beschrieb die Täterinnen allerdings als wesentlich jünger. 

Opfer an Covid erkrankt

Auch ist in der Beschreibung von rötlichen Haaren die Rede und davon, dass die Diebin schwanger gewesen sei. „Ich war seit 20 Jahren nicht mehr schwanger“, sagt die Angeklagte. Alle schmunzeln. Der befragte Taxifahrer glaubt, die Person von damals allerdings im Saal zu erkennen. Doch dabei zeigt er auf die Tochter der Angeklagten. Die 82-jährige Frau ist seit Anfang November im Dornbirner Spital, sie hat sich das Coronavirus eingefangen und kann nicht als Zeugin erscheinen. Die Verhandlung wird vertagt, dabei hat man die Hoffnung, dass die Frau bis zu diesem Termin genesen ist. Bis dahin gelten die Angeklagten jedenfalls als unschuldig.

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