Gottfried Feurstein kämpft für “Hackler”

Vorarlberg / 18.11.2020 • 18:10 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
VN-Ombudsmann Gottfried Feurstein ist ein zäher Kämpfer für viele Menschen in diesem Land.VN/Paulitsch
VN-Ombudsmann Gottfried Feurstein ist ein zäher Kämpfer für viele Menschen in diesem Land.VN/Paulitsch

Der VN-Ombudsmann findet die Abschaffung der abschlagsfreien Hacklerregelung “eine Frechheit”.

Bregenz VN-Ombudsmann Gottfried Feurstein (82) kennt keine Zurückhaltung, wenn es um den Kampf für die Rechte von hart arbeitenden Menschen geht. Das Vorhaben der Regierung, die abschlagsfreie Hacklerregelung durch den sogenannten Frühstarterbonus als Zuckerl für die Pension zu ersetzen, sei vollkommen falsch, meldet sich der Polit-Veteran deutlich zu Wort.

Ab 2022 gilt neue Regelung

Worum geht es? Die Hacklerregelung in der noch bestehenden Form wurde 2017 von der damaligen Regierung beschlossen. Sie enthält die Bestimmung, dass Menschen mit 45 Versicherungsjahren im Alter von 62 ohne Abschläge in die Pension gehen können. Genau das soll per Parlamentsbeschluss am Freitag aufgehoben werden. Neue Regelung: Abschlagsfreie Pension gibt es erst mit 65, unabhängig von den Versicherungsjahren. Bis zu zwölf Prozent niedrigere Pensionen erhalten ab 2022 dann jene, die trotz 45 Versicherungsjahren vor ihrem 65. Lebensjahr in den Ruhestand treten.

Stattdessen soll der sogenannte Frühstarterbonus jene belohnen, die zwischen ihrem 15. und 20. Lebensjahr gearbeitet haben. Sie sollen zusätzlich zu ihrer Pension monatlich 60 Euro erhalten.

„Das ist in jeder Beziehung ungerecht“, wettert der frühere ÖVP-Sozialsprecher im Nationalrat sowie Obmann des Vorarlberger Seniorenbunds. „Es sollte jemand, der 45 Jahre gearbeitet und Beiträge ins Sozialsystem eingezahlt hat, nicht mit Abschlägen rechnen müssen, wenn er mit 62 in den Ruhestand tritt“, untermauert Feurstein seine klare Haltung. Auch findet er, dass der Frühstarterbonus nicht nur ein inadäquater Ersatz ist, sondern ungerecht. „Da werden ja Menschen nicht berücksichtigt, die mit 15 noch mitten in ihrer Ausbildung stecken und nach der Matura studieren gehen.“

Zudem plädiert Feurstein dafür, Frauen die Kindererziehungszeiten im Pensionsrecht zu berücksichtigen. „Da gibt es vom Seniorenbund mehrere Vorschläge.“

Viele Anfragen

Die bevorstehende Hacklerregelung beschäftigt in Vorarlberg offensichtlich viele Menschen. Das weiß Gottfried Feurstein in seiner Eigenschaft als VN-Ombudsmann. „Es sind in der letzten Zeit sehr viele Anfragen zu diesem Thema an mich herangetragen worden. Viele Menschen sind verunsichert und bangen um ihre Pensionen“, berichtet Feurstein.

Und weiter: „Bis zum Beschluss der Regierung versuchte ich zu beruhigen, weil ich glaubte, das komme eh nicht. Leider habe ich mich getäuscht.“ VN-HK

„Mich haben im Vorfeld der Entscheidung viele angerufen. Ich habe sie noch beruhigt.“

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