So kämpft ein Nüziger um das Wohlergehen hunderter Nepalesen

Vorarlberg / 18.11.2020 • 15:50 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
In regelmäßigen Abständen werden überlebensnotwendige Lebensmittelspenden zugestellt.<span class="copyright">Fritsche</span>
In regelmäßigen Abständen werden überlebensnotwendige Lebensmittelspenden zugestellt.Fritsche

Der Nüziger Theo Fritsche setzt sich auch auf Distanz für seine zweite Heimat ein.

Nüziders „Die Vorarlberger jammern auf sehr hohem Niveau“, ärgert sich Theo Fritsche. „Während man sich hierzulande in Zeiten von Corona über Ausgangsbeschränkungen und Maskenpflicht echauffiert, kämpfen die Menschen in Nepal ums nackte Überleben“, schildert der Nüziger die prekäre Situation auf der anderen Seite der Nordhalbkugel.

Vertrauensvolle Leute vor Ort

Seit 1995 engagiert sich Fritsche in Nepal und hat in dieser Zeit zahlreiche Schul- und Hilfsprojekte ins Leben gerufen. Gemäß seinem Credo „Menschlichkeit hat Zukunft“ versucht Fritsche auch jetzt sein Möglichstes, um auch in diesen Zeiten seine Hilfe anbieten zu können. Aus der Distanz ist das jedoch alles andere als einfach. „Eine finanzielle Hilfe anzubieten, ist momentan sehr schwer“, sagt er. Zugute kommt dem Nepal-Liebhaber, dass er vertrauensvolle Leute vor Ort hat, die ihm wöchentlich über die aktuellen Geschehnisse berichten.

Dennoch oder gerade deswegen leidet Fritsche mit den Nepalesen sehr mit. „Die Verzweiflung ist groß. Die Ungewissheit lähmt die Menschen. Viele von ihnen sind suizidgefährdet“, weiß er aus Schilderungen seines Freundes Nabin. Da die Tourismussaison im Frühjahr komplett ausgefallen ist, haben derzeit Tausende Träger keine Jobs und damit auch keine Einnahmen. „Aufgrund der verhängten Ausgangssperren konnten sie teilweise auch nicht in ihre Dörfer zurück und saßen in Katmandu fest“, beschreibt Fritsche die Ausnahmesituation. Diejenigen, die es zurückgeschafft haben, versuchen sich mit Erzeugnissen aus der eigenen Landwirtschaft durchzuschlagen. Dennoch fehlt es vielen am Nötigsten.

Grundversorgung sichern

Dank seinem engagierten Team in Nepal gelingt es Fritsches Hilfsorganisation auch in diesen Zeiten eine medizinische Grundversorgung sicherzustellen und Lebensmittelspenden an die Bedürftigsten zu übergeben. Neben der Hilfeleistung in den Krankenstationen sucht das Gesundheitspersonal auch den direkten Kontakt mit den Menschen vor Ort. So werden die Nepalesen von Fritsches Mitstreitern nicht nur mit Schutzbekleidung ausgestattet, sondern auch über die Verhaltensregeln aufgeklärt. Aufgrund ihrer finanziellen Ausfälle werden darüber hinaus rund 40 Familien mit Lebensmitteln versorgt.

Die laufenden Hilfsprojekte stehen indessen derzeit still. So wurde etwa der Bau der Emil-Geburtenstation in Sangachock vorübergehend eingestellt. Dieser hatte bereits im Vorjahr gestartet und sollte ursprünglich heuer fertiggestellt werden. „Dazu wird es jetzt wohl nicht kommen“, ist Fritsche enttäuscht. VN-JS

„Eine finanzielle Hilfe anzubieten, ist in der momentanen Situation sehr schwer.“

Theo Ftitsche, Nepalhelfer
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Fritsche

Spendenkonto: Schul- und Hilfsprojekt Theo Fritsche, Raiffeisenbank Walgau, IBAN AT03 3745 8000 0578 9441.

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