EU-Frist zu Verbot von Glyphosat endet

Vorarlberg / 19.11.2020 • 09:30 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
EU-Frist zu Verbot von Glyphosat endet
Viele Umweltaktivisten demonstrieren gegen den Unkrautvernichter. Teile der Landwirtschaft warnen: Alternativen wären teurer und giftiger.  REUTERS

Grüne und Greenpeace fordern sofortige Umsetzung des Verbots.

Schwarzach Die dreimonatige Stillhaltefrist, während der ein Verbot von Glyphosat wegen Einwänden der Tschechischen Republik nicht in Kraft gesetzt werden durfte, endet am 19. November. Somit könnte Österreich ein Verbot umsetzen, was die Umweltorganisation Greenpeace in einer Aussendung auch einforderte. Auch der Grüne Klubobmann im Landtag, Daniel Zadra, fordert ein rasches Verbot.

Zadra ist überzeugt: “Die Stillhaltefrist ist abgelaufen und ein Glyhphosatverbot damit rechtlich umsetzbar.” Dazu gebe es mehrere Möglichkeiten. So könnte es verboten werden, wie Frankreich die Neonicotinoide verboten hat. Luxemburg wiederum hat die Zulassung eingeschränkt. Es könnte aber auch die Agrarförderung an den Verzicht von Glyphosat geknüpft werden. Auch Greenpeace verweist auf Luxemburg, das einzelnen Glyphosat haltigen Produkten die Zulassung entzogen hat. Klubobmann Zadra fordert: “Ich erwarte mir von der zuständigen Landwirtschaftsministerin Köstinger nun umgehen den beschlossenen Glyphosat-Ausstieg in Österreich.”

“Glyphosat gefährdet unsere Gesundheit und Umwelt und hat deswegen schon längst nichts mehr auf unseren Äckern und unseren Tellern verloren. Alles andere als ein Verbot ist fahrlässig”, sagte Sebastian Theissing-Matei von Greenpeace Österreich. Zadra ergänzt: “In dieser Frage geht es um nichts Geringeres als unsere Gesundheit. Da gibt es keine Alternative. Das Gift muss raus aus unseren Feldern, raus aus unseren Lebensmitteln und raus aus unserem Essen.”

Im Nationalrat haben alle Parteien bis auf die ÖVP für das Verbot gestimmt. Aber die rechtlichen Voraussetzungen für ein Glyphosatverbot in Österreich sind umstritten. Der Ansicht des Landwirtschaftsministeriums, dass ein Verbot zwangsläufig gegen EU-Recht verstößt und daher nicht umsetzbar ist, widersprechen Umweltorganisationen und andere Parteien.

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