Feldkirch: Heroindealer zu drei Jahren Haft verurteilt

Vorarlberg / 19.11.2020 • 10:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Feldkirch: Heroindealer zu drei Jahren Haft verurteilt
Der junge Angeklagte (r.) vor Gericht mit seinem Dolmetscher. ECKERT

19-jähriger Serbe verkaufte ein halbes Kilo der harten Droge.

Feldkirch Der 19-jährige Serbe war bei der Verhandlung am Landesgericht Feldkirch anfangs nicht besonders einsichtig. Doch dann überzeugte ihn Verteidiger Henrik Gunz davon, dass ein Geständnis einen der wesentlichsten Milderungsgründe darstellt. Ein knappes Jahr verkaufte der junge Mann eifrig Heroin, geködert von Hintermännern, erhoffte sich der Arbeitslose in Vorarlberg ein gutes Einkommen. Ansonsten verdiente er laut eigenen Angaben mit Hilfsarbeiten zuhause pro Tag lediglich zehn bis zwanzig Euro, rund 3000 Euro Schulden hatten sich angehäuft, da schien Heroinverkauf ein lukratives Geschäft zu sein. Er mietete sich ein Zimmer und versuchte sein Glück. Der Drogendealer ist selbst nicht süchtig, für Eigenkonsum benötigte er das Geld nie, es ging einzig und allein ums schnelle Geld.

Drogenversteck Feldkirch Amberg

Wie es bei Dealern üblich ist, richtete sich der Mann ein Versteck ein, wo er immer wieder unauffällig Nachschub holen konnte. Er selbst wohnt zwar in Hohenems, das Heroin schien ihm aber in der Natur in Feldkirch Amberg am sichersten. In einer Art Keksdose lagerte er die Heroinsäckchen in diesem „Bunker“. So nennt man derartige Verstecke. 510 Gramm brachte der Serbe an den Mann, weitere 275 Gramm Heroin wurden sichergestellt. Auch sie sollten verkauft werden. Um sich zu tarnen, besaß der 19-Jährige auch einen gefälschten slowenischen Personalausweis, der auf einen anderen Namen lautete.

Überwacht und geschnappt

Der Serbe wurde bereits seit einiger Zeit observiert, wie er den Stoff verkaufte und auch, wie er Nachschub holte. Dabei wurde er auf frischer Tat betreten und in U-Haft gesteckt. Verfahrenshelfer Gunz dürfte wohl recht haben, wenn er sagt, dass sein bislang unbescholtener Mandant das letzte Glied einer langen Kette war. Die Unbescholtenheit, das Geständnis und das jugendliche Alter gereichen dem noch nicht einmal Zwanzigjährigem zum Vorteil. Drei Jahre Haft werden es dennoch. 2000 Euro wurden für verfallen erklärt.

Staatsanwalt Heinz Rusch forderte in seinem Schlussplädoyer eine strenge Strafe. Extra nach Österreich zu reisen und hier aus reiner Gewinnsucht harte Drogen zu verkaufen, dürfe sich nicht rentieren, so Rusch. Der Ankläger weist darauf hin, welch hohes Suchtpotenzial Heroin besitzt und in welches Elend diese Drogen viele Konsumenten stürzt. Die Menge, die der Angeklagte verkauft hatte, überschreitet die Grenzmenge nicht knapp, sondern um mehr als das 25-Fache, weshalb ausschließlich eine unbedingte Haftstrafe zur Debatte stand. Das Urteil ist nicht rechtskräftig

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