Für S 18 gilt ab sofort: Nur die Ostumfahrung Lustenau kommt infrage

Vorarlberg / 19.11.2020 • 18:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
S-18-Gipfel im Landhaus. Die Asfinag hatte mit ihrer Entscheidung zugunsten der CP-Variante Erklärungsbedarf. <span class="copyright">VN/Paulitsch</span>
S-18-Gipfel im Landhaus. Die Asfinag hatte mit ihrer Entscheidung zugunsten der CP-Variante Erklärungsbedarf. VN/Paulitsch

Verkehrsgipfel im Landhaus. Asfinag-Chefs auf Werbetour für die CP-Variante als Entlastungslösung.

Bregenz Nach gut eineinhalb Stunden Beratung ging im Sitzungszimmer 20 des Landhauses die Tür auf. Heraus kamen unter anderem Landeshauptmann Markus Wallner (53) und Verkehrslandesrat Marco Tittler (44) von der hohen Politik, Experten vom Land, der Lustenauer Bürgermeister Kurt Fischer (57) mit seinem Gemeindeplaner Bernhard Kathrein und mehrere hochrangige Vertreter der österreichischen Autobahnen- und Schnellstraßen-Finanzierungs-Aktiengesellschaft, kurz Asfinag genannt. Ziel des Gipfels: Die vom heimischen Straßenbauer beschlossene Lösung für eine Entlastungsstraße im unteren Rheintal, die CP-Variante, wurde vorgestellt und Fragen beantwortet.

Klärungsbedarf

“Es war für uns ein wichtiger Tag, um dem Landeshauptmann, dem Verkehrslandesrat Tittler sowie dem hauptbetroffenen Bürgermeister, Kurt Fischer aus Lustenau, unsere Pläne zu erläutern und zu erklären, warum nur die CP-Variante als Lösung für eine Entlastungsstraße in Frage kommt”, betonte Alexander Walcher (51), oberster Baumanager der Asfinag, die Bedeutung des Gipfels. Die CP-Variante sei die einzige Trasse mit einer Chance auf Genehmigungsfähigkeit bei gleichzeitiger Gewährleistung der geforderten Entlastung. “Die Z-Variante hätte keine Chance auf Genehmigungsfähigkeit, weil sie den Naturraum mehr belastet als die CP und laut Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie der EU daher im Vergleich mit der weniger belastenden Variante auszuscheiden ist”, macht Walcher deutlich.

“Die Z-Variante hätte keine Chance auf Genehmigungsfähigkeit.”

Alexander Walcher, Leiter Baumanagement Asfinag

Mäder kein Thema

Kein Thema sei die von verschiedenster Seite immer wieder geforderte Autobahnenverbindung bei Mäder. “Weil sie aufgrund ihrer geringen Entlastungswirkung vor allem für das untere Rheintal begründet aus dem Verfahren ausgeschieden wurde”, sagt Walcher.

Der Asfinag-Manager bedauerte die Kommunikation der Trassenentscheidung, bei der sich Lustenaus Bürgermeister übergangen fühlte. Man wolle in Zukunft mit ihm und der Bevölkerung engen Kontakt pflegen und die geplante Route “Meter für Meter mit den Bürgern besprechen”. Eine Garantie für die Genehmigung der CP-Variante gebe es nicht.

Ab heute gilt CP

Für Verkehrslandesrat Marco Tittler ist die Begründung der Entscheidung zugunsten der CP-Variante nachvollziehbar. “Die wesentlichen Punkte, nämlich die Auswirkungen auf die Natur und die dahinter liegenden Gesetze, zusammen mit der komplexen Variantenbewertung, wurden von der Asfinag schlüssig dargelegt”, resümierte der Verkehrslandesrat. “Zur Z-Variante gibt es kein Zurück. Mit dem heutigen Tag wird die CP-Variante weiter verfolgt”, ist für Tittler klar.

Die wesentlichen Punkte wurden von der Asfinag schlüssig dargelegt.”

Marco Tittler, Verkehrslandesrat

Ohne Ölkanister

Für Kurt Fischer lieferte der Gipfel einen “spannenden Einblick in die Entscheidungsgrundlagen der Asfinag. Wichtig ist das Angebot von Walcher, dass man mit unserer Gemeinde im Hinblick auf unsere Hauptanliegen in einen Dialog tritt. Von denen gibt es einige: östlicher Siedlungsraum, psychologische Barriere Ried, die drohende Durchtrennung der Gemeinde”. Lustenau habe nicht die “Ölkanister hergerichtet, um Öl ins Feuer zu schütten”, versicherte Fischer. Man rede auch nicht von irgendwelchen offenen Streckenführungen am Siedlungsrand. Überrascht zeigte sich der Bürgermeister von den aktuellen Daten über die hohe Entlastungswirkung der CP-Variante.

“Lustenau hat nicht die Ölkanister hergerichtet, um Öl ins Feuer zu schütten.”

Kurt Fischer, Bürgermeister Lustenau

Scharfe Worte setzte es für die Befürworter einer Verbindung bei Mäder. “Wir lassen uns nicht mehr von Leuten wie Adi Gross, die gar nichts wollen, mit falschen Tatsachen, mit Verdrehungen und falschen Versprechungen auf solche Nebenschauplätze drängen.”

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