Ein Baumboom bahnt sich an

Vorarlberg / 20.11.2020 • 18:46 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Bäume mit dem Ländle Christbaum-Gütesiegel sind in Vorarlberg gesetzt, gewachsen und geerntet worden. VN/Lerch
Die Bäume mit dem Ländle Christbaum-Gütesiegel sind in Vorarlberg gesetzt, gewachsen und geerntet worden. VN/Lerch

Züchter erwarten wegen Corona ein außerordentliches Christbaumjahr.

Bregenz, Hohenems Das Jahr 2020 könnte als das Christbaumjahr in die Geschichte eingehen. Auch Thomas Ölz, Leiter der Forstabteilung bei der Landwirtschaftskammer Vorarlberg und als solcher für den „Ländle Christbaum“ zuständig, rechnet mit einer guten Saison. „In Deutschland geht man von einem Plus von 30 Prozent aus. Diese Einschätzung teilen die Österreicher nicht ganz“, sagt er. Die Voraussetzungen sind jedenfalls gut. Aufgrund der aktuellen Coronaviruslage verbringen mehr Menschen Weihnachten zuhause. Damit es zu keinem Engpass kommt, hat die Landwirtschaftskammer den heimischen Christbaumproduzenten bereits empfohlen, Reservebäume zu markieren. Sorgen, dass man aufgrund der hohen Nachfrage keine Tanne mehr bekommt, muss man sich laut Ölz nicht machen. „Bäume gibt es genug. Für die Ländle-Produzenten ist es relativ einfach. Die können, wenn die Nachfrage höher ist, in ihren Christbaumkulturen welche nachschneiden. Händler haben diese Möglichkeit nicht“, ergänzt der Forstwirtschaftschef. 

In Vorarl­berg werden jährlich zwischen 80.000 und 100.000 Christbäume verkauft. Etwa 20 Prozent davon stammen aus heimischer Produktion. Martin Wohlgenannt ist der einzige hauptberufliche Züchter in Vorarlberg. Der gleichnamige Tannenhof verfügt über Anbauflächen in Vorarlberg, im Burgenland, in der deutschen Bodenseeregion und in Ungarn.  Der Chef hofft ebenfalls auf ein gutes Christbaumgeschäft. „Man sagt, dass vier bis sieben Prozent der Bevölkerung in den letzten Jahren über Weihnachten weggefahren oder geflogen sind. Wenn von denen, die dableiben, 70 bis 80 Prozent einen Christbaum kaufen, dann könnte es schon sein, dass erheblich mehr Christbäume gekauft werden“, führt er aus. In Vorarlberg könnten das hochgerechnet 3000 bis 5000 zusätzliche Bäume sein. Was Wohlgenannt zufolge ebenfalls zu einem Boom beitragen könnte: „Wenn es den Leuten ein bisschen schlechter geht, dann werden traditionelle Feste wie Weihnachten mehr zelebriert.“ Die heiße Christbaumphase beginnt für die Wohlgenannts und ihr Team Ende November, wenn das Gros der Bäume geschnitten wird. Die Verkaufsstände werden traditionell am 8. Dezember eröffnet. Bislang sei es so, „dass die Nachfrage im Hotelleriebereich ein bisschen weniger ist. Wir merken auch, dass im Großhandel eine gewisse Unsicherheit da ist. Aber Christbäume werden sicher verkauft. Es gibt kein Weihnachtsfest ohne Christbaum“, ist der Tannenhof-Geschäftsführer guter Dinge. VN-ger

„In Deutschland geht man davon aus, dass 30 Prozent mehr Christbäume verkauft werden.“

Ein Baumboom bahnt sich an

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