Verkehrsplaner Jörg Zimmermann: “Wurde von der CP-Entscheidung auch überrascht”

Vorarlberg / 20.11.2020 • 16:45 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Verkehrsplaner Jörg Zimmermann (l.) gab Einblicke in die Komplexität eines Großprojekts wie der Planung der S18. <span class="copyright"> vn.at</span>
Verkehrsplaner Jörg Zimmermann (l.) gab Einblicke in die Komplexität eines Großprojekts wie der Planung der S18. vn.at

Am digitalen Stammtisch informierte Experte Jörg Zimmermann über Gestern und Heute der S 18-Planung.

Schwarzach Es sei für ihn im Vorfeld nicht absehbar gewesen, dass die Asfinag-Entscheidung zugunsten der CP-Variante fallen werde, räumt Jörg Zimmermann (48), Verkehrsplaner des Landes, am digitalen Stammtisch von VN.at ein. Auch er sei sehr kurzfristig informiert worden. “Es war eine Entscheidung, die vor allem zwei Aspekte zu berücksichtigen hatte: die Entlastungswirksamkeit einerseits und die Genehmigungsfähigkeit andererseits”, betont der Experte.

Der Entscheidung sei ein umfangreicher Untersuchungsprozess vorausgegangen, nachdem am Ende eines langen Auswahlverfahrens die Z- bzw. die CP-Variante übrig geblieben waren.

Lange Vorbereitung

Dass die Planungsschritte so lange dauern – das Schlussdokument “Mobil im Rheintal” wurde schon vor exakt neun Jahren erstellt – habe mit der Komplexität des Unterfangens zu tun. “Es waren eine Strategische Prüfung Verkehr dafür ebenso notwendig wie ausgedehnte Untersuchungen im Rahmen des Vorprojekts.” So habe man die Auswirkungen auf die Natur für beide Varianten genau prüfen müssen, unter anderem mit Erkundungen des Gebiets während einer ganzen Vegetationsperiode. “Diese Tätigkeit nahm natürlich auch eine gewisse Zeit der Vorbereitung in Anspruch”, verdeutlicht Zimmermann die Langwierigkeit solcher Prozesse.

Überlastung beim Messepark?

Ob die CP-Variante nicht den Verkehrsknotenpunkt beim Messepark überlasten würde, wollte ein Chatteilnehmer wissen. “Sollte dieses Projekt umgesetzt werden, müsste der Anschluss beim Messepark natürlich umgebaut werden”, ist für Zimmermann klar. Notwendig wäre auf alle Fälle eine vierspurige Straße, um die zu erwartende Frequenz zu bewältigen, beantwortete der Experte eine andere Frage. Aktuelle Entwicklungen unter Berücksichtigung eines ausgebauten öffentlichen Verkehrsnetzes würden ebenfalls in die Planungen einfließen, sagte Zimmermann.

Kontakt mit Betroffenen

“Was den weiteren Verlauf der Planung anbelangt, ist keine Skepsis angebracht”, ist Zimmermann überzeugt. Das hänge auch mit den umfangreichen Vorarbeiten zusammen, die bereits gleistet worden sind. Wichtig sei jetzt der Kontakt vor allem mit den Anrainern der geplanten Trasse, um gemeinsam die weiteren Schritte zu gestalten.

Wann kann der Baustart erfolgen? “Darüber traue ich mich keine Prognose abzugeben.”

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