Kein Personal für die Spitäler

Vorarlberg / 21.11.2020 • 05:30 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Kein Personal für die Spitäler
Schon jetzt sind die Anforderungen an die Krankenhausbediensteten hoch. KHBG

Im kommenden Jahr wird es keine zusätzlichen Dienstposten in den Landeskrankenhäusern geben.

Feldkirch Auf Personal werden die Landeskrankenhäuser im kommenden Jahr verzichten müssen, zumindest wenn es nach dem Voranschlag 2021 geht. Zusätzliche Dienstposten sind dort nämlich Fehlanzeige. Der Direktor der Krankenhausbetriebsgesellschaft (KHBG), Gerald Fleisch, will allerdings nicht vom Sparen, sondern von einer Solidaritätshaltung des Gesundheitswesens anderen Branchen gegenüber sprechen, die noch mehr unter der Coronakrise leiden würden. Der Zentralbetriebsrat sieht das naturgemäß anders. „Wir brauchen bereits jetzt Leute von außen, um die Krise zu stemmen“, kontert ZBR-Vorsitzender Thomas Steuer. Nicht gelten lässt er auch den Einwand, dass schon in den vergangenen Jahren viele Dienstposten geschaffen worden seien. „Diese Personalaufstockungen waren Notwendigkeiten geschuldet“, nennt Steurer das Ärztearbeitszeitgesetz sowie die neu geschaffene OP-Spange als Beispiele. Außerdem kritisiert er die nach wie vor sehr kurzfristigen Informationen im Zusammenhang mit dem Personalbudget. Nach einer turbulenten Aufsichtsratssitzung gab es für das 556,8-Millionen-Euro-Budget schließlich nur eine mehrheitliche Zustimmung.

Personalstopp unverständlich

Der Voranschlag für 2021 fällt um 1,8 Prozent höher aus als in diesem Jahr. „Wir haben bewusst sehr vorsichtig agiert“, sagt Gerald Fleisch. Der Rotstift kam demnach in allen Bereichen zum Einsatz, außer bei Medikamenten. Diese Kosten steigen um 500.000 auf 33,8 Millionen Euro, wobei vor allem die Krebsmedikamente stark ins Gewicht fallen. Der sorgfältige Umgang mit Steuermitteln sei gerade in diesen Zeiten ein Gebot der Stunde und es sein Auftrag, das Unternehmen wirtschaftlich und sparsam zu führen, ergänzt Fleisch. Außerdem gebe es auf dem Personalsektor immer einen gewissen Spielraum, sollten Einstellungen erforderlich werden. Thomas Steurer kann dieser Feststellung nichts abgewinnen. Die Personaldiskussion laufe schon seit Jahren, und noch habe er von niemandem gehört, dass es für die Spitäler keine Leute mehr braucht. Umso mehr schätzt er die hohe Bereitschaft unter den Mitarbeitern, gerade jetzt zu helfen, wo es möglich ist. „Es melden sich pensionierte Bedienstete, andere unterbrechen sogar die Karenz- oder Elternteilzeit“, erzählt Steurer. Vor diesem Hintergrund erscheint ihm der Personalstopp noch unverständlicher. Derzeit wird die Zahl der Beschäftigten in allen Landeskrankenhäusern mit rund 5000 Köpfen angegeben.

Das Land will sich an der Personalfront offenbar anders behelfen. Es hat sich die Ermächtigung geholt, zur Bewältigung der Covid19-Situation bis zu 100 Ersatzkräfte zur vorübergehenden Aushilfe ohne Anrechnung auf den Beschäftigungsrahmenplan einstellen zu können. Das gilt für die Spitäler ebenso wie für den Landesdienst. Einen Gehaltsabschluss für 2021 gibt es indes noch nicht. Nachdem sich die Beamten am Donnerstag aber auf eine Erhöhung ihrer Einkommen um 1,45 Prozent geeinigt haben, darf davon ausgegangen werden, dass sich der Abschluss für die Spitalsbediensteten in einem ähnlichen Rahmen bewegt.

Abgänge fallen höher aus

Höher fallen 2021 die Abgänge in den Landeskrankenhäusern aus. Sie steigen um 4,9 Prozent auf knapp 200 Millionen Euro. Den größten Brocken hat das LKH Feldkirch mit 96 Millionen Euro zu verbuchen. Die Personalausgaben erhöhen sich auch ohne zusätzliche Dienstposten um 1,4 Prozent auf 306,2 Millionen Euro. Das Investitionsvolumen beträgt 44,5 Millionen Euro, davon gehen 30 Millionen in Bauprojekte. In die Medizintechnik sollen 6,9 Millionen Euro fließen. Auf der Einkaufsliste stehen unter anderem ein Röntgengerät und ein CT. Bei beiden handelt es sich um Ersatzanschaffungen.

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