Zuhören als Kernkompetenz

Vorarlberg / 22.11.2020 • 17:08 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Bei Neurologin Ute Witzani steht der Mensch im Fokus ihrer Bemühungen.<span class="copyright">BI</span>
Bei Neurologin Ute Witzani steht der Mensch im Fokus ihrer Bemühungen.BI

Neurologin Ute Witzani eröffnete in Bludenz ihre Praxis.

Bludenz, Schruns Trifft man Ute Witzani, überzeugt sie sogleich durch ihre offene, freundliche, aber auch klare Art. Diese vorherrschenden Wesenszüge erleichtern es ihren Patienten, rasch eine Vertrauensbasis zu der Medizinerin aufzubauen. Die Fachärztin für Neurologie hat kürzlich in der Fohrenburgstraße als Kassenärztin der österreichischen Gesundheitskasse ihre neue Praxis eröffnet. Somit ist eine wichtige Anlaufstelle für Patienten mit neurologischen Problemen fachkundig besetzt worden, denn Witzani verfügt über viel Erfahrung mit dem neurologischen Krankheitsspektrum.

Der Mensch im Fokus

Für den medizinischen Bereich hat sich die engagierte Ärztin schon mit 17 Jahren während ihre Einsätze als Rettungssanitäterin interessiert. „Es war dann naheliegend, dass ich diese Studienrichtung gewählt habe. Bei meiner allerersten Vorlesung an der Uni Innsbruck erklärte ein Professor, es würden Ärzte gebraucht und keine Mediziner. Dieser Satz ist mir nachhaltig in Erinnerung geblieben. Für mich steht immer der Mensch im Fokus meiner Bemühungen“, erläutert die gebürtige Linzerin.

Die Wahl des Fachgebiets Neurologie entstand durch einen Zufall: „Ich habe meine Famulatur auf der neurologischen Intensivstation an der Uniklinik Innsbruck absolviert, weil keiner meiner Kommilitonen dies übernehmen wollte. Ein Professor gestaltete seine Vorlesungen in diesem Bereich so spannend, dass ich mich dann für diesen Fachbereich entschied. Die Facharztausbildung habe ich an der Universität Salzburg absolviert.“

Da sie sich für sämtliche Aspekte der Neurologie interessierte, entschied sich die Fachärztin nicht zu einer Spezialisierung auf einem bestimmten neurologischen Gebiet, sondern zu einer breit gefächerten Ausbildung. In weiterer Folge war sie in der Reha-Klinik Am Rosenhügel in Wien tätig, aber auch in der Reha-Klinik Schruns und in der neurologischen Abteilung des LKH Rankweil. Gerade in den Reha-Kliniken konnte sie dabei feststellen, dass sich bei klassischen neurologischen Erkrankungen wie etwa einem Schlaganfall, Polyneuropathie oder Parkinson durch die Kombination von Medikamenten mit einem entsprechenden Training wie Turnen sehr gute Erfolge zeigten: „Dieses Angebot besteht in Vorarlberg seit Jahrzehnten auch ambulant und verfügt somit über eine lange Tradition. Vorarlberg nimmt in diesem Bereich – wie in vielen anderen auch – eine Vorreiterrolle ein. Nutznießer dieses sehr guten Systems sind nicht nur die Patienten, sondern auch die Ärzte, die dadurch ihre Patienten besser versorgen können.“

Der Liebe wegen nach Schruns

Als eine unabdingbare Kernkompetenz in der Medizin bezeichnet die Neurologin die Fähigkeit, Zuhören zu können: „Zuerst zuhören – und dann beurteilen, das ist für mich die grundlegende Aufgabe eines Arztes. Kein Problem ist banal genug, um nicht gehört zu werden. Bei großem Patientenandrang ist dies mitunter allerdings schwierig umzusetzen“, gesteht sie.

Ute Witzani wohnt in Schruns.Der Umzug nach Vorarlberg erfolgte der Liebe wegen. Ihren Mann Daniel lernte sie während ihres Studiums in Innsbruck kennen. Er ist gebürtiger Schrunser und als Personalchef der Silvretta Montafon mittlerweile auch beruflich hier wieder fest verankert. In Vorarlberg fühlt sie sich wohl: „Ich finde die Landschaft sehr schön und den heimeligen Charakter von Bludenz und Schruns mag ich auch sehr.“ BI

Zur Person

Ute Witzani

Geboren 1970

Familie verheiratet, Zwillingstöchter (7 Jahre)

Wohnort Schruns

Beruf Fachärztin für Neurologie

Hobbys Lesen (Krimis zur Entspannung), Skifahren, Bewegung in jeder Form

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