Pflegeberatungen immer mehr gefragt

Vorarlberg / 22.11.2020 • 18:45 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Es gilt gut abzuklären, welche Betreuungsform jemand braucht.vn/paulitsch
Es gilt gut abzuklären, welche Betreuungsform jemand braucht.vn/paulitsch

Bereits 94 der 96 Vorarlberger Gemeinden verfügen über ein Case-Management.

bregenz Mit dem Bericht zum Betreuungs- und Pflegenetz in Vorarlberg 2019, der heuer aufgrund der Pandemie erst verspätet fertig gestellt werden konnte, liegt wieder ein umfassender Überblick über Angebote, Aktivitäten und relevanten Daten vor. „Gerade in der Krise hat sich gezeigt, dass wir auf gute Strukturen im Pflege- und Betreuungsbereich zurückgreifen können“, erklärt Soziallandesrätin Katharina Wiesflecker. Das im Bericht beschriebene Angebot reicht vom Care- und Case-Management über die Pflege daheim, die Tagesbetreuungen und die ambulanten Dienste bis hin zum Hospiz und den Pflegeheimen.

Schneller Zugang

Zusätzlich zum Bericht bietet die von connexia im Auftrag des Sozialfonds betriebene Website www.vorarlberg.care alle wesentlichen Kontaktdaten auf einen Blick und erleichtert das Finden der passenden Unterstützung. So stehen etwa auch die aktuellen und wohnortnahen Kontaktdaten für das Case-Management, die Mobilen Hilfsdienste oder die Hauskrankenpflege zur Verfügung. Die Webseite bietet damit allen Familien mit Unterstützungsbedarf einen leichten und schnellen Zugang zu den Einrichtungen im Vorarlberger Betreuungs- und Pflegenetz.

Personal- und Sachkosten

Die Landesregierung hat heuer für das Case-Management in Betreuung und Pflege Beiträge in Höhe von 1,47 Millionen Euro aus den zur Verfügung stehenden Mitteln des Bundespflegegeldes ausbezahlt. Damit wurde eine Vollzeitstelle pro 18.000 Einwohner mit jeweils bis zu 75.000 Euro für Personal- und Sachkosten gefördert. „Das Case-Management bewährt sich seit dem Projektstart im Jahr 2011 als wertvolle Unterstützung für betreuungs- und pflegebedürftige Menschen und ihre Angehörigen“, betont Wiesflecker.

Die Case-Managerinnen und Case-Manager bieten den Betroffenen in ihrer Gemeinde bzw. Region kostenlose Beratung rund um Fragen zur Betreuung und Pflege an. Bei Bedarf wird gemeinsam mit der pflegebedürftigen Person und den Angehörigen der Betreuungs- und Pflegebedarf erhoben und ein Hilfeplan erstellt. Anschließend werden die benötigten Dienstleistungen vermittelt und koordiniert. „Case-Management ist in vielen Fällen eine unverzichtbare Hilfe, vor allem, wenn es mehrere verschiedene Dienstleister aufeinander abzustimmen gilt, wenn eine komplexe Betreuungs- und Versorgungssituation vorliegt oder die Gefahr besteht, dass Angehörige mit der Situation überfordert sind“, erklärt Katharina Wiesflecker.

Leistungsumfang steigt

Die Bedeutung des Case-Managements zeigt sich nicht zuletzt in dem laufend steigenden Leistungsumfang. Im vergangenen Jahr wurden insgesamt 3881 Klientinnen und Klienten begleitet bzw. betreut und dafür 35.024 Leistungsstunden erbracht. Damit ist der Zeitaufwand im Vergleich zum Jahr 2018 um 17 Prozent gestiegen, die Zahl der Betreuten sogar um 57 Prozent. Der Projektstart wurde 2011 mit 13 Gemeinden bzw. Regionen gemacht, 2013 folgte die Überführung in den Regelbetrieb. Seit Ende 2019 haben bereits 94 der 96 Vorarlberger Gemeinden ein regionales Case-Management.

„In der Krise hat sich gezeigt, dass wir gute Pflege- und Betreuungsstrukturen haben.“

Pflegeberatungen immer mehr gefragt

Du hast einen Tipp für die VN Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@vn.at.