Vor dem Corona-Lockdown ging’s noch rund

Vorarlberg / 22.11.2020 • 19:15 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Vor dem Corona-Lockdown ging’s noch rund
Sehr viele Menschen nützten die letzte Gelegenheit vor einer längeren Unterbrechung für eine „Shoppingtour“. VN/PAULITSCH

Mobilitätsdaten bestätigten Einkaufsrummel, ehe Geschäfte schließen mussten.

Schwarzach Anfang November trat ein leichter, vergangenen Dienstag ein harter Lockdown in Kraft. Damit soll das Infektionsgeschehen wieder unter Kontrolle gebracht werden. Beide Male sorgte der Lockdown zunächst jedoch für einen Effekt, den man vermeiden wollte: Die Leute waren mehr unterwegs. Das bestätigt der „Google Mobility Report“. Die VN haben die aktuellen Daten für Vorarlberg und seine Bezirke ausgewertet.

„Google“ kann über Standortdaten feststellen, an welchen Orten wie viel los ist. Im Zuge der Coronakrise veröffentlicht der Konzern einen Teil seines Wissens. In den ersten zwei Novemberwochen herrschte in Vorarlberg an Werktagen um 40 bis 45 Prozent weniger Betriebsamkeit im Bereich Einzelhandel und Freizeit (Cafés, Restaurants, Kinos etc.) als vor der Pandemie. Zweimal war das anders: Am 2. November, also dem letzten Tag vor dem leichten Lockdown; da belief sich der Rückgang nur auf 17 Prozent. Und am vergangenen Montag, vor Beginn des harten Lockdowns; da machte der Rückgang gerade einmal 15 Prozent aus.

Wobei diese 15 Prozent außerordentlich sind: Im Unterschied zum 2. November waren Gastronomiebetriebe ja bereits geschlossen. Die Mobilität im Bereich Einzelhandel und Freizeit ergab sich also ausschließlich durch einen echten Einkaufsrummel; hier war sie damit extrem groß. Das bestätigt, was die Bilder von Warteschlangen vor Geschäften ohnehin schon spürbar gemacht haben: Sehr viele Menschen nützten die letzte Gelegenheit vor einer längeren Unterbrechung für eine „Shoppingtour“.

Letztlich 65 Prozent weniger

Nach Bezirken gibt es Unterschiede: In Dornbirn war heute vor einer Woche sogar um sieben Prozent mehr los als vor Corona. Im Bezirk Bludenz handelte es sich dagegen um 39 Prozent weniger. Wahrscheinlicher Grund: Im Vergleichszeitraum Jänner, Februar war in den Wintersportregionen Hochsaison; dort ist es jetzt grundsätzlich ruhiger.

Wie schon der leichte, hat letzten Endes allerdings auch der harte Lockdown dazu geführt, dass die Mobilität im Land stark zurückging. Am vergangenen Dienstag lag das Niveau im Bereich „Einzelhandel und Freizeit“ um 65 Prozent unter Vor-Corona-Niveau. Ein Drittel weniger Leute waren zudem in den Betrieben anzutreffen. Kein Wunder: Die einen waren geschlossen, die anderen hatten, sofern möglich, auf Homeoffice umgestellt. Mehr Menschen hielten sich denn auch zu Hause auf: Im Bereich „Wohnort“ stellte Google eine Zunahme von 14 Prozent fest.

Beim harten Lockdown im Frühjahr waren die Veränderungen noch größer. Damals ist die Mobilität in Vorarlberg um bis zu 90 Prozent eingebrochen.

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