„Für den Nikolaus gibt es keine große Hoffnung“

Vorarlberg / 23.11.2020 • 22:25 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Anschober ortet erste Entspannung, aber noch immer dramatisch hohe Zahlen.

Wien Langsam und schrittweise beginnen die Einschränkungen zu wirken, sagt Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne). Die Zahlen seien aber nach wie vor dramatisch hoch. 3145 Neuinfektionen wurden am Montag gemeldet. Insgesamt gab es 72.347 aktive Infektionen. Für den Nikolaus hat Anschober keine guten Nachrichten. Nikolausbesuche werde es heuer wohl nicht geben. 

Herwig Ostermann, Geschäftsführer der Gesundheit Österreich, prognostizierte für Mitte dieser Woche ungefähr 5000 Neuinfektionen pro Tag. Der Gesundheitsminister erklärt, dass die Zahlen bis zum geplanten Ende des Lockdowns am 7. Dezember noch einen weiten Weg nach unten gehen müssen. Und auch dann werde nicht alles sein wie vorher. Es werde Schutzmaßnahmen brauchen, um zu verhindern, „dass wir nach den Feiertagen in eine dritte Welle stolpern“.

Erfreulich ist zwar, dass die Zahl der Genesenen jene der Neuinfektionen vergangene Woche erstmals überschritten hat. Bei den Hospitalisierungen werde es aber keine rasche Entspannung geben, erklärt Ostermann. Am Montag befanden sich 4548 Personen aufgrund des Coronavirus in krankenhäuslicher Behandlung, 685 davon auf Intensivstationen. 

Weitere Erfolge bei Impfstoffen

Mit den ersten Impfungen rechnet Anschober im Jänner. Zuerst werde es nur erste Teillieferungen geben. „Wir werden ein paar 100.000 Dosen im Verlauf des Jänner haben.“ Die Impfung müsse gut vorbereitet werden, der Umsetzungsprozess werde mehrere Monate dauern.

Weltweit forscht die Pharmaindustrie mit Hochdruck an Vakzinen und Medikamenten gegen das Coronavirus. Nach Schätzung der Weltgesundheitsorganisation WHO befinden sich gegenwärtig 48 Impfstoffprojekte in der klinischen Entwicklung, davon mehr als zehn in der entscheidenden Phase drei mit mehreren tausend Probanden. Nach den Partnern Biontech und Pfizer sowie Moderna meldete am Montag AstraZeneca aus Großbritannien einen entscheidenden Erfolg bei der Impfstoff-Entwicklung. Die Zwischenanalyse ergab, dass der Impfstoff eine Wirksamkeit von 90 Prozent zeigt, wenn zunächst eine halbe Dosis verabreicht wurde, gefolgt von einer vollen Dosis mindestens einen Monat später.

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