Massentests bei Lehrern: Nur im Doppelpack sinnvoll

Vorarlberg / 23.11.2020 • 22:25 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Ein Lehrer wird im Oktober an der HAK Lustenau mit einem Antigen-Test beglückt. Jetzt sollen bald alle Pädagoginnen und Pädagogen getestet werden.VN/PAULITSCH
Ein Lehrer wird im Oktober an der HAK Lustenau mit einem Antigen-Test beglückt. Jetzt sollen bald alle Pädagoginnen und Pädagogen getestet werden.VN/PAULITSCH

Die geplanten Massentests sind um so aufschlussreicher, je mehr sich daran beteiligen.

BREGENZ Die Coronamassentests für Lehrer sind für den 5. und 6. Dezember (Samstag und Sonntag) anberaumt. Es werden Antigen-Tests sein. Und diese sollen eine Woche später wiederholt werden, um eine möglichst hohe Treffsicherheit zu erreichen. Die Testreihe umfasst 200.000 Personen. Die Abwicklung ist in rund 100 Teststationen in allen Bezirkshauptstädten vorgesehen. Federführend in der Organisation wird das Bundesheer mit Unterstützung der Bildungsdirektionen zuständig sein. Viel mehr ist über die großangelegte Aktion derzeit noch nicht bekannt. Und vor allem wissen die Betroffenen davon sehr wenig.

Wie wichtig eine doppelte Testung innerhalb eines kurzen Zeitraums ist, beweist ein Fall von der HAK Lustenau. Dort wurde beim Antigen-Test am Standort ein Pädagoge negativ getestet. „Kurz darauf bekam ich Symptome, ging freiwillig in Quarantäne. Beim späteren PCR-Test stellte sich heraus, dass ich positiv war. Insgesamt war ich dann 20 Tage in Absonderung“, berichtet der Lehrer.

Warten auf Informationen

Gesundheitsexperte Armin Fiedler unterstreicht die Bedeutung einer zweimaligen Antigen-Testung innerhalb kurzer Zeit. „Sonst hätten wir nur einen Schnappschuss ohne längerfristige Sicherheit.“ Wichtig, so Fiedler, sei auch eine möglichst hohe Zahl an Testpersonen. „Schon wenige Nicht-Getestete können ja einen Cluster auslösen.“ Eine Strafandrohung bei Testverweigerung hält Fiedler allerdings für nicht ratsam. „Das wäre rechtlich wohl sehr schwierig. Vielmehr sollte man positive Anreize für die Testbereitschaft setzen.“

An den Schulen muss man sich auf die großangelegte Aktion erst noch einstellen, zumal es von höherer Stelle noch kaum Informationen gab. „Ich habe an meiner Schule mit den Kolleginnen und Kollegen zu diesem Thema bereits kommuniziert und empfohlen, den Test zu machen. Ich gehe davon aus, dass das fast alle bei uns machen. Mit drei bis fünf Testverweigerern muss ich jedoch rechnen“, berichtet Michael Weber (56), Direktor an der HAK Feldkirch.

„Eine gute Idee“ findet auch Sabine Lenz-Johan, Direktorin am BG Bregenz Gallusstraße, das Projekt Durchtestung aller Lehrer. „Ich persönlich hätte keine Probleme, den Test zu machen“, sagt Bruno Jagg (55), Direktor der Volksschule Bregenz-Schendlingen. Er zweifelt jedoch an der Wirksamkeit der Maßnahme. Man warte jetzt aber auf nähere Informationen. In seinem Lehrkörper ortet er als erste Reaktion Skepsis und Zustimmung zur vorgesehenen Massentestung.

Laut Auskunft des Direktors befinden sich an der VS Schendlingen bereits wieder rund 40 Prozent aller Schüler am Standort und nehmen die angebotene Betreuung in Anspruch. Noch nicht wirklich mit dem Thema Massentests hat man sich an der Mittelschule am See in Hard beschäftigt. Direktor Christian Grabher (58): „Bei uns dreht es sich aktuell um andere Fragen. Nämlich: Wie geht es nach dem Lockdown weiter? Wann gibt es wieder Präsenzunterricht?“

Klar ist für den Schulleiter in Hard nur eines: „Bei dem Test müssten fast alle mitmachen. 60 Prozent Teilnahme wäre da zu wenig und würde nichts bringen.“ Er persönlich würde sich jedenfalls sofort testen lassen. VN-HK

„Ich habe meinen Kolleginnen und Kollegen empfohlen, den Test zu machen.“

Massentests bei Lehrern: Nur im Doppelpack sinnvoll

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