Nach durchzechter Nacht vergewaltigt

Vorarlberg / 23.11.2020 • 22:14 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der 36-jährige Angeklagte wies jede Schuld von sich. ECKERT
Der 36-jährige Angeklagte wies jede Schuld von sich. ECKERT

Dreieinhalb Jahre Haft für 36-Jährigen, der sich an junger Frau vergangen
hatte.

feldkirch November 2019. Eine 25-Jährige ging mit ihrem Arbeitskollegen in Feldkirch aus. Ein Freund des jungen Mannes stieß dazu. Zu dritt besuchten sie eine Bar, dann nahmen sie einen Imbiss, ehe sie sich im Pkw einer Flasche Wodka zuwandten.  Zu dritt leerten sie den Schnaps, dann noch einige kleinere Flaschen von Hochprozentigem. Anschließend fuhren sie alle gemeinsam in die Rankweiler Unterkunft des zweifachen Vaters, der nun wegen Vergewaltigung vor dem Landesgericht Feldkirch steht.

In dessen Zimmer leerten sie nochmals eine Flasche Wodka, danach kann sich die Frau an nichts mehr erinnern. Für den Schöffensenat am Gericht ist klar, dass die intellektuell etwas beeinträchtigte Frau damals „abgefüllt“ wurde.

„Einvernehmlicher Sex“

Dass er zwei Mal mit der Frau geschlafen habe, das sei richtig, doch es sei freiwillig gewesen, behauptet der Angeklagte vor Gericht. Zunächst seien sie beide eingeschlafen, um vier Uhr früh habe sie um ein Glas Wasser gebeten, danach hätten sie Geschlechtsverkehr gehabt. Später, so gegen neun Uhr, habe er sie dann nochmals geweckt, alles sei voller Kot und Urin gewesen, die Frau habe duschen wollen. Sie seien gemeinsam duschen gegangen, danach sei es nochmals zu Zärtlichkeiten gekommen, sie habe nichts dagegen gehabt, und wieder hätten die beiden miteinander geschlafen. Schlussendlich habe sie sich dann angezogen, man habe den Arbeitskollegen der Frau angerufen und der habe sie dann abgeholt, sie sei in der Feldkircher Innenstadt ausgestiegen und heimgegangen. Das Opfer schildert die Nacht jedoch ganz anders.

Kaum Erinnerung

Was die damalige Situation vor vier Uhr betrifft, darüber hat die 25-Jährige wenig Erinnerung. Jedenfalls sei sie aufgewacht und völlig verschmutzt gewesen. Als sie sich nach der Dusche anziehen wollte, habe der Mann dies ausgenutzt und sie zum Sex gezwungen. Sie habe wiederholt, dass sie das nicht wolle, doch das habe den Mann nicht abgehalten, sie zu vergewaltigen. Der Senat hält das Opfer für absolut glaubwürdig und verurteilt den Angeklagten zu dreieinhalb Jahren Haft.

Aufgekommen war die Geschichte erst, als das Opfer niedergeschlagen war und eine Arbeitskollegin sich erkundigte, was der Grund dafür sei. Für das Opfer kann Rechtsanwältin Eva Müller vorläufig 5000 Euro erwirken. Die Verteidigung meldet sofort Nichtigkeitsbeschwerde und Berufung an, sie akzeptiert das Urteil keinesfalls. EC

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