Dornbirner Disco für Gehörlose wurde vom Land ausgezeichnet

Vorarlberg / 24.11.2020 • 15:30 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Dornbirner Disco für Gehörlose wurde vom Land ausgezeichnet
Das Team der Offenen Jugendarbeit sagt in Gebärdensprache „I love you“. ERH

Die Disco mit spürbarer Musik der Offenen Jugendarbeit Dornbirn bekommt viel Beifall.

Dornbirn In der Offenen Jugendarbeit Dornbirn wurde das Ergebnis des 26. Regionalen Jugendprojektwettbewerbs mit großer Spannung erwartet. Menschen von 13 bis 24 Jahren waren vom Land Vorarlberg (Abteilung Jugend und Familie) eingeladen, ihre Kreativität und ihr soziales Engagement zu beweisen. Genau das machten Julian Gorbach, 18 – der als Kind gehörloser Eltern aufgewachsen ist – und sein Team in der OJAD. Wie ein Komet schlug erst kürzlich diese Nachricht ein: Unter zwölf mittels Video eingereichten Präsentationen holte die OJAD den sensationellen ersten Platz. Julians Idee „Spüre die Musik – Disco für Gehörlose & Friends“, die im Jugendzentrum an der Schlachthausstraße ausgetüftelt, gebaut und veranstaltet wurde, überzeugte nicht nur die Jury. Für Landeshauptmann Markus Wallner ist das wertvolle Engagement der Teilnehmer gerade vor dem Hintergrund der nach wie vor nicht ausgestandenen Coronapandemie, „die unserer Jugend besonders viel abverlangt“, umso höher einzuschätzen.

Neue Sinneserfahrungen

Der Jury gefiel besonders, dass eine Disco, eigens für Gehörlose und Menschen mit Hörbeeinträchtigungen konstruiert, neue Erfahrungen im Sinn der Inklusion zu vermitteln vermag. JobAhoi-Mitarbeiter Julian Gorbach als Impulsgeber für das innovative Konzept sowie die unmittelbar Mitwirkenden Thomas Kaiser, Peter Gstir und Lukas Frenken (OJAD) lösten damit großes Medieninteresse aus. So wurden auch völlig Außenstehende auf die Thematik aufmerksam. Bei der Realisierung im Februar engagierte sich außerdem Lena Prassl vom LZH (Landeszentrum für Hörgeschädigte). An vier Gewinnerprojekte wird ein Preisgeld von insgesamt 4500 Euro ausgeschüttet.

Kaum zu fassen

Als Julian Gorbach erfährt, dass es außer diesem noch einen Sieg und damit noch mehr Grund zum Feiern gibt, hält er kurz inne. „So viel Glück ist ja kaum zu fassen“, vernimmt Martina Nachbaur, die Überbringerin der guten Nachricht, Julians erste Reaktion. Die Disco mit vibrierendem Tanzboden wurde zusätzlich auf Bundesebene mit dem österreichischen Jugendpreis 2020 des Bundesministeriums für Arbeit, Familie und Jugend, Abteilung Jugendpolitik, in der Kategorie „Nationale Jugendarbeit“, ausgezeichnet.

Mit Julian freuen sich alle Mitarbeiter der Offenen Jugendarbeit Dornbirn. Glückwünsche aus dem Rathaus blieben freilich nicht aus: „Die Stadt Dornbirn gratuliert der Offenen Jugendarbeit zur großartigen Idee. Der Gewinn des Landesjugendprojektwettbewerbs und des Österreichischen Jugendpreises ist beispielhaft und zeichnet die vielfältigen Bemühungen um eine herausragende Jugendarbeit aus“, so die Botschaft von Bürgermeisterin Andrea Kaufmann. Für OJAD-Geschäftsführer Martin Hagen sind diese Auszeichnungen ein weiterer Meilenstein. Denn „nicht immer sind Erfolge in der Jugendarbeit, die täglich in vielen kleinen Schritten geschehen, auch von außen sichtbar und wahrnehmbar“, erklärt Hagen. erh

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