Ein zielsicherer Pfleger

Vorarlberg / 24.11.2020 • 10:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Ein zielsicherer Pfleger
2003 wechselte Johannes Kohlroß nicht nur den Job, sondern die komplette Branche.

Johannes Kohlroß ist Pflegedienstleiter der Hauskrankenpflege.

Bludenz Einst stand er an der Wand und verschönerte Räume. Als gelernter Tapezierer und Dekorateur war er dafür verantwortlich, dass sich Menschen in ihren eigenen vier Wänden wohlfühlen. Grundsätzlich hat sich die Aufgabe von Johannes Kohlroß mit seinem beruflichen Wechsel kaum verändert. Auch jetzt kümmert er sich darum, dass sich Menschen wohlfühlen, dass es ihnen gut geht. Allerdings im direkten Kontakt: Johannes Kohlroß ist seit einem Jahr Pflegedienstleiter der Hauskrankenpflege Außermontafon. In der Freizeit widmet er sich Pfeil und Bogen.

Mehrere Stationen

Sein Branchenwechsel liegt bereits einige Jahre zurück. “2003 habe ich mich entschieden, die Krankenpflegeschule zu absolvieren”, erzählt der Bludenzer. Anschließend arbeitete er vier Jahre lang auf der Internen im Krankenhaus Bludenz, bevor er in die Reha-Klinik nach Schruns wechselte. Auch dort war er vier Jahre. Denselben Zeitraum arbeitete er anschließend im Altersheim in Nenzing. Dort leitete er das Haus. “Ich wollte mich dann wieder beruflich verändern”, fährt Johannes Kohlroß fort. “Die Hauskrankenpflege hat mich immer interessiert. Man geht von Haus zu Haus, hat eine abwechslungsreiche Tätigkeit und kann für die Patienten, die man besucht, viel Gutes tun.” Vor zwei Jahren stieß er zur Hauskrankenpflege Außermontafon. Vor einem Jahr übernahm der gebürtige Schrunser schließlich die Pflegedienstleitung.

162 Patienten

Nun koordiniert der 38-Jährige nicht nur seinen eigenen Tagesablauf, sondern auch jenen seiner Kolleginnen, wie er schildert. “Wir sind am Morgen zu fünft. Jede Kollegin fährt zu zehn bis zwölf Personen.” Insgesamt betreut sein Team derzeit 162 Patienten. Darunter befinden sich auch Covid-19-Patienten. “Wir befinden uns in gutem Austausch mit dem Landesverband, der uns in Leitlinien vorgibt, welche Maßnahmen wir im Umgang mit Covid-19 treffen müssen und welche Schutzausrüstung wir benötigen”, erzählt Johannes Kohlroß weiter. “Die Ausrüstung bekommen wir vom Land gestellt. Wir haben da eigentlich alles, was wir benötigen.”

Längere Gespräche

Die Coronapandemie hat die Arbeit der Hauskrankenpflege verändert, berichtet der Bludenzer. “Die Hausbesuche werden länger. Unsere Patienten brauchen mehr Gespräche. Sie fragen sich: Wie geht es weiter? Was kommt auf uns zu?” Die Menschen seien froh, dass die Hauskrankenpflege kommt, ist er überzeugt. “Das hängt sicher auch damit zusammen, weil sie durch die Coronavorgaben weniger Besuche bekommen, wahrscheinlich auch aus dem privaten Umfeld.”

So treffsicher beruflich, so treffsicher auch privat. Johannes Kohlroß’ liebstes Hobby ist das Bogenschießen. “Ich war im Verein”, erzählt er. “Aber ich bin nie ein Turniermensch gewesen. Lieber bin ich selber auf den Parcours des Landes unterwegs.” Er ist allgemein gerne in der Natur, wie der 38-Jährige ergänzt. Dabei begleiten ihn manchmal zwei Kinder. Seine Tochter ist sieben Jahre alt, sein Sohn ist vier.

Zusammenhalt ist nicht nur in der Familie gefragt, sondern auch im Beruf. “Die Zusammenarbeit mit den Systempartnern in dieser außergewöhnlichen Situation funktioniert ausgezeichnet”, betont der Pflegedienstleiter. “Das ist immens wichtig.” Damit es den Menschen im Land gut geht.

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