Hoffnung für den Winter schmilzt zuletzt

Vorarlberg / 24.11.2020 • 21:28 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Skigebiete im Land fühlen sich für den Saisonstart gerüstet und wollen im Dezember loslegen. VN/Steurer
Skigebiete im Land fühlen sich für den Saisonstart gerüstet und wollen im Dezember loslegen. VN/Steurer

Seilbahner glauben, ungeachtet aller Turbulenzen rund um Corona die Skisaison starten zu können.

Lech, Schruns, Brand Wenig Freude erweckt hierzulande der Vorstoß aus Rom, zu Weihnachten das Skifahren zu verbieten. Finanzminister Gernot Blümel und Tourismusministerin Elisabeth Köstinger (VP) forderten umgehend Geld aus Brüssel, sollte es zum Verbot kommen. Ein Verbot bedeute Kosten von bis zu zwei Milliarden Euro. Darüber hinaus wollen sich die Länder in Deutschland auf strenge Vorschriften einigen: Menschen sollen sich vor den Feiertagen in „mehrtägige häusliche Selbstquarantäne“ begeben. Wirtschaftskammerpräsident Harald Mahrer sieht offenbar keine Hindernisse für weihnachtliches Skifahren in Österreich. Auch in Vorarlberg stirbt die Hoffnung zuletzt. „Das komplette Schließen von Skigebieten steht bei uns nicht zur Debatte“, betont LH Markus Wallner. „Wir brauchen weder aus Italien noch Bayern Zurufe“, meint Landesrat Christian Gantner (VP), der in der täglichen Sendung „Vorarlberg live“ von vn.at sowie VOL.AT und Ländle TV am Dienstag zu Gast war.

Am Arlberg hat man nach wie vor den 17. Dezember als Saisonstart im Auge. Vorbehaltlich dessen, dass der Lockdown am 6. Dezember aufgehoben wird und die Infektionszahlen entsprechend sind, will man in Lech und Zürs loslegen. „Und zwar Hotelbetriebe und Seilbahnen“, sagt Hermann Fercher als Tourismusdirektor im Gespräch mit den VN. Mit dem Szenario eines Starts der Saison am 12. Jänner 2021 habe man sich allerdings auch schon beschäftigt. Für Fercher steht fest, dass keine falschen Signale gesendet werden sollten: „Jetzt zu erklären, wir sperren nicht auf, wäre demotivierend.“

Sicherheitskonzepte liegen vor

Auch bei der Silvretta Montafon (SiMo) setzt man weiter auf den Saisonstart, Vorschläge wie jene aus Italien oder Bayern will man nicht kommentieren. „Sobald es die Rahmenbedingungen zulassen, nehmen wir den Liftbetrieb auf“, betont Martin Oberhammer als Geschäftsführer und verweist auf Konzepte in Sachen Coronaschutz, die über Monate hinweg erarbeitet wurden und fertig am Tisch liegen.

In die ähnliche Kerbe schlägt Hannes Jochum, Geschäftsführer der Bergbahnen Brandnertal. Dort gilt nach wie vor der 19. Dezember als Starttermin. Dass ein weiterer Lockdown oder eine Verlängerung des laufenden Shutdowns diese Pläne kreuzen könnte, ist Jochum freilich bewusst. „Unsere interne Hoffnung ist, dass wir bei entsprechender Schneelage wie geplant am 19. Dezember mit Tagesgästen und Einheimischen den Betrieb starten und am 12. Jänner mit Nächtigungsgästen rechnen können.“ Auch in Brand könnten die Wintersportler „mit einem hohen Maß an Sicherheit“ in Sachen Infektionsschutz vor Corona rechnen, verspricht Jochum. VN-TW

„Jetzt in aller Öffentlichkeit zu erklären, wir sperren nicht auf, wäre demotivierend.“

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