Krumbach war sein Lebensinhalt

Vorarlberg / 24.11.2020 • 18:35 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Josef Nußbaumer hatte auch eine starke soziale Ader.
Josef Nußbaumer hatte auch eine starke soziale Ader.

Im Alter von 87 Jahren starb der Ehrenringträger Josef Nußbaumer.

KRUMBACH Am 17. November 2020 verstarb Josef Nußbaumer im Alter von 87 Jahren. Er wurde 1970 in die Gemeindevertretung der Gemeinde Krumbach gewählt und gehörte dieser bis zum Jahre 1985 an. Während dieser Zeit war er fünf Jahre Mitglied des Gemeindevorstandes, und in der Gemeindevertretung führte er über zehn Jahre das Protokoll.

In Würdigung seiner langjährigen vielfältigen Verdienste um die Gemeinde Krumbach und deren Bevölkerung wurde ihm 2014 der Ehrenring der Gemeinde verliehen. Mit dieser Ehrung kam die große Anerkennung für seine vielfältigen Tätigkeiten für die Entwicklung der Gemeinde Krumbach zum Ausdruck.

Josef Nußbaumer hat als stets aufmerksamer Begleiter und Mitgestalter der politischen Geschicke der Gemeinde Krumbach diese auch maßgeblich mitgeprägt und die politische Entwicklung des Dorfes aktiv und positiv gelenkt. Drei Jahrzehnte lang war er Ortsschätzer der Gemeinde Krumbach und übte durch 38 Jahre die vertrauensvolle Funktion des Legalisators aus.

Er war auch ein sehr sozialer Mensch und war Gründungsobmann des Krankenpflegevereins. Die Obmannfunktion übte er über 14 Jahre aus. Weiters war Josef Nußbaumer unter anderem langjähriger Vorsitzender des Aufsichtsrats der früheren Raiffeisenkasse Krumbach, langjähriger Obmann des Bienenzuchtvereins und viele Jahre Schriftführer im Bauernbund sowie im Viehzuchtverein.

Besonders wichtig war ihm die Geschichte von Krumbach und seiner Familien. Maßgeblich war er auch an der Erstellung des Krumbacher Heimatbuches beteiligt. In langjähriger und mühevoller Kleinarbeit hat er eine umfangreiche Sammlung der Verwandtschaftsverhältnisse in Krumbach erstellt, die in zwei Krumbacher Sippenbüchern enthalten sind. Auch über seine eigene Familiengeschichte, die lückenlos bis zu Nikolaus von der Flüe in der Schweiz zurückreicht, hat er ein Buch herausgegeben.

Der Verstorbene wurde am 15. Juli 1933 in der Parzelle Halden in Krumbach als einziges Kind von Sofie Nußbaumer geboren. Er wuchs auf dem Bauernhof seiner Großeltern auf und erlebte dort eine schöne Kindheit. Josef Nußbaumer besuchte von 1939 bis 1947, also zur Zeit des Zweiten Weltkriegs, die achtklassige Volksschule in Krumbach und anschließend einen Landwirtschaftskurs in Batschuns. Dieser kam ihm sehr zugute, weil 1960 seine Großmutter starb und er deren Landwirtschaft mit Fleiß, Pflichtbewusstsein und Liebe weiterführte. Eigentlich wollte Josef Nußbaumer gerne Priester werden, doch stellte er diesen Berufswunsch zurück, weil er sich für seine Mutter und seinen behinderten Onkel verantwortlich fühlte.

Mit der verwitweten Maria Nikolasch aus Unterkrumbach fand er das große Glück. Sie heirateten 1981. Auch mit dieser Hochzeit zeigte sich das große Verantwortungs- und Pflichtbewusstsein und die soziale Ader von Josef Nußbaumer. Maria brachte acht Kinder mit, vier davon waren noch unmündig. Sie alle nahm er in seinem Haus auf. Mit seiner wachsenden Enkelschar fühlte sich Josef sehr verbunden.

Nach einer schweren Herzoperation erholte sich Josef Nußbaumer relativ rasch. Er war auch gegenüber Neuem aufgeschlossen und absolvierte noch mit 67 Jahren einen Computereinstiegskurs.

Am Neujahrstag 2004 verstarb seine geliebte Maria. Seine angeheiratete Großfamilie trug ihn durch diese schwere Zeit und im Gegenzug unterstützte auch Josef die Familie.

In den vergangenen drei Jahren machten sich bei Josef Nußbaumer immer wieder gesundheitliche Beschwerden bemerkbar. Schlussendlich übersiedelte er im Februar 2019 ins Sozialzentrum Egg, wo er sehr liebevoll Aufnahme fand und betreut wurde. Am 17. November 2020 ist er friedlich entschlafen.

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