Sicherheitsziel verfehlt: 15 Verkehrstote seit Jänner in Vorarlberg

Vorarlberg / 24.11.2020 • 22:26 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Trotz Rückgang des Straßenverkehrs in der Coronakrise zeigte dies keine Auswirkungen auf die Zahl der Todesopfer. HOFMEISTER
Trotz Rückgang des Straßenverkehrs in der Coronakrise zeigte dies keine Auswirkungen auf die Zahl der Todesopfer. HOFMEISTER

Trotz zweimaligem Lockdown kein Rückgang bei Todesopfern auf den
Straßen.

Schwarzach 15 Menschen sind in Vorarlberg seit Jahresbeginn bei Verkehrsunfällen ums Leben gekommen, gleich viele wie zur gleichen Zeit des Vorjahres, informiert der Verkehrsclub Österreich (VCÖ).

So wie Österreich sein Verkehrssicherheitsziel von minus 50 Prozent Verkehrstoten im Vergleich zum Schnitt der Jahre 2008 bis 2010 bereits verfehlt hat, hat auch Vorarlberg dieses Ziel nicht erreicht.

Bundesweit 312 Opfer

Insgesamt kamen bereits 312 Menschen seit Jahresanfang bei Verkehrsunfällen in Österreich ums Leben. Damit wurde das Verkehrssicherheitsziel von höchstens 311 Verkehrstoten fünf Wochen vor Jahresende verfehlt – und das trotz zweimaligen Lockdowns. Der VCÖ weist darauf hin, dass heuer in Österreich schon jetzt um zwei Drittel mehr Menschen im Straßenverkehr tödlich verunglückten als im gesamten Vorjahr in der Schweiz. Das Ziel von 50 Prozent weniger Verkehrstoten als im Schnitt der Jahre 2008 bis 2010 können vier Bundesländer – Niederösterreich, Oberösterreich, Tirol und Wien – noch erreichen. Vorarlberg leider nicht mehr.

Durch den zweimaligen Lockdown ist der Kfz-Verkehr zurückgegangen und damit auch die Zahl der Verkehrsunfälle. Ohne den Verkehrsrückgang wäre die Opferzahl höher. Deshalb ist es wichtig, weitere Verkehrssicherheitsmaßnahmen zu setzen.

So können Gemeinden und Städte durch eine fußgängerfreundliche Verkehrsplanung dazu beitragen, dass einerseits die Sicherheit beim Gehen steigt und zudem die Bevölkerung mehr Wege zu Fuß statt mit dem Auto zurücklegt, was wiederum die Verkehrssicherheit insgesamt erhöht.

Schweiz als Vorbild

„Auch österreichweit braucht es weitere Maßnahmen, um die Zahl der Verkehrsunfälle zu reduzieren. Die Schweiz kann Österreich auch in der Verkehrssicherheit als Vorbild dienen“, weist VCÖ-Experte Michael Schwendinger auf die Unfallstatistik hin, und: „Die Schweiz setzt vor allem beim Tempo an.

Die Tempolimits sind niedriger, zusätzlich auch die Toleranzgrenzen, gleichzeitig sind die Strafen höher. In den Städten gibt es zahlreiche Begegnungszonen, allein in Bern gibt es mehr als 100. In Begegnungszonen gilt maximal Tempo 20, Fußgängerinnen und Fußgänger haben Vorrang.“

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