Warum Wohneigentum Bürgerrecht werden soll

Vorarlberg / 24.11.2020 • 21:03 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Warum Wohneigentum Bürgerrecht werden soll

Helmut Bitschnau setzt sich für mehr Wohneigentum ein.

Vandans Jeder Staatsbürger soll ab einem gewissen Alter auf Antrag hin vom Staat Geld erhalten, um Wohneigentum zu schaffen oder erhalten zu können. Außerdem soll jeder Mensch eine kostenfreie Unterkunft erhalten, wenn und so lange er sich selbst keine leisten kann. Das sind die Forderungen des Volksbegehrens „Recht auf Wohnen“, initiiert vom Montafoner Helmut Bitschnau. Es ist nicht sein erstes politisches Engagement, zuletzt trat er für die Freie Liste bei der Nationalratswahl an.

Bereits Tausende Unterschriften

Über 22.700 Österreicher unterstützen bislang dieses Volksbegehren. Viele Unterstützer kämen dabei aus der Bundeshauptstadt. Wenig verwunderlich: Während in Vorarlberg als Land der Häuslebauer eine große Tradition des Wohneigentums kennt, sind in der Millionenmetropole Österreichs die Miete und der soziale Wohnbau die althergebrachten Wohnformen.

Staat als Geldgeber

Die Idee zum Volksbegehren kam Bitschnau im März, ihm geht es dabei um Gerechtigkeit. „Ich zähle Wohnen als Grundbedürfnis“, betont der Montafoner. „Und bei Grundbedürfnissen würde ich sagen, koste es, was es wolle.“ Einerseits sei es unwürdig, dass es in einem Land wie Österreich Obdachlose gibt. Gerade die Coronakrise mit all ihren Nachwirkungen könne bedeuten, dass viele ihre Wohnung nicht halten können. Dem müsse man entgegenwirken, um Zwangsversteigerungen zu verhindern – gerade da ja viele Betroffene unverschuldet durch die Nachwirkungen des Coronavirus in diese Zwangslage gekommen sein dürften.

Komplexer wird es beim Punkt mit dem Wohneigentum. Während die jetzigen Wohnförderungen auch Mietverhältnisse unterstützen, wäre es Bitschnau wichtiger, den Menschen den Kauf von Eigentum zu ermöglichen. Diese Gelder sieht er dann jedoch nicht als für den Staat verloren, man fordere hier keine Geldgeschenke. Vielmehr solle bei einem Verkauf von Eigentum der Staat die Förderung zurückerhalten. Das Staatsgeld wäre damit für den Verkäufer zurückzuzahlen, sofern er beim Kauf oder zum Erhalt des Wohnraumes welches beantragt hatte. Für den Staat wäre dies damit kein hinausgeworfenes Geld, ist der 40-jährige Montafoner überzeugt.

Wichtig sind ihm zwei Formulierungen: So werden nur Staatsbürger beim Erwerb des Wohneigentums unterstützt, wenn es nach dem Volksbegehren geht. Bei der Hilfe gegen Obdachlosigkeit solle jeder Einwohner Österreichs profitieren, ungeachtet der Nationalität, solang es notwendig ist.

Wohneigentum als Bürgerrecht

Dass nicht jeder Mensch Wohneigentum als Option sehe, weiß auch Bitschnau. Ihm ist es jedoch wichtig, die Vorteile von Wohneigentum als Teil der eigenen Absicherung, von Wohneigentum als Bürgerrecht zu sehen. Er sieht es als Aufgabe des Staates, die Bürger stärker beim Erwerb dieser Absicherung zu unterstützen. VN-rau

„Bei Grundbedürfnissen würde ich sagen, koste es, was es wolle.“

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