Test zum Nikolaus

Vorarlberg / 25.11.2020 • 22:44 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Bald werden 80 Teststationen im ganzen Land aufgebaut.vn/Paulitsch
Bald werden 80 Teststationen im ganzen Land aufgebaut.vn/Paulitsch

Massentests in Vorarlberg bereits vom 4. bis 6. Dezember.

Schwarzach Statt Erdnüsse und Mandarinen bringt der Nikolaus heuer ein Wattestäbchen. Eigentlich setzte die Bundesregierung die Coronamassentests am letzten Wochenende vor Weihnachten an. In Vorarlberg und Tirol wird der Test nun vorverlegt. Wie von der Landesregierung gewünscht, wird zwischen 4. und 6. Dezember die ganze Bevölkerung zum Test gebeten.

Wie viele Vorarlberger sollen getestet werden?

Bei 240.000 Tests wären alle Stationen ausgelastet, womit 60 Prozent der Gesamtbevölkerung getestet wären. „Wir gehen von einer Beteiligung von 40 bis 50 Prozent aus“, sagt der zuständige Landesrat Christian Gantner. So könnten bis zu 2000 Infizierte gefunden werden.

Können Kinder auch getestet werden?

Die Altersgrenzen sind noch nicht bekannt. Allerdings werden Kinder unter sechs Jahren schon jetzt nicht getestet.

Wo werden die Teststationen eingerichtet?

Es wird 80 Teststationen mit einem Einzugsgebiet von jeweils 5000 Einwohnern geben. Sie sollen 1000 Tests am Tag durchführen. Bregenz wird sechs Abnahmestellen einrichten müssen, Rankweil vermutlich zwei und manche Gemeinden werden sich zusammenschließen. Der Gemeindeverband hat der Landesregierung bereits einen Vorschlag unterbreitet, der nun wiederum bei den Gemeinden liegt. Heute, Donnerstag, dürfte der Plan präsentiert werden. Gantner berichtet, dass die Gemeinden bis Freitag zurückmelden müssen, wo sie testen. Es sollen vorwiegend Turnhallen und Veranstaltungssäle sein. In Hohenems wird zum Beispiel in der Tennishalle, im Löwensaal und der Otten Gravour getestet, berichtet Bürgermeister Dieter Egger.

Wie funktioniert die Anmeldung?

Die Anmeldung ist ab 30. November möglich. Sie funktioniert telefonisch und online, Webseite und Telefonnummer werden bekanntgegeben. Es wird das gleiche System verwendet wie in Dornbirn. Jeder erhält einen Termin und einen QR-Code. Dann wird getestet.

Wann gibt es das Ergebnis?

Nach spätestens einer Stunde wird das Ergebnis per SMS mitgeteilt. Wer positiv ist, muss in Quarantäne und wird aufgefordert, seine Kontaktpersonen digital einzugeben. Er muss am selben Abend in derselben Teststation einen PCR-Test absolvieren. Nach spätestens 48 Stunden herrscht Gewissheit.

Wer ist an der Teststation tätig?

Jede Station wird von ungefähr 20 Personen betrieben. Das Rote Kreuz organisiert die Abnahme und stellt bis zu acht Personen. Zwischen vier und acht Feuerwehrleute sind für den Ordnungsdienst dabei. Die Gemeinde organisiert drei Mitarbeiter und den Leiter. Das könne der Bürgermeister oder auch der Feuerwehrkommandant sein, erklärt Landesrat Gantner.

Ist geplant, vor Weihnachten ein zweites Mal zu testen?

Nein, aber es werde eine weitere Möglichkeit nach Weihnachten geben, sagt Gantner.

Welche Tests werden verwendet?

Produkte der Firmen Roche (vier Millionen Tests) und Siemens (drei Millionen Tests). Getestet wird mit einem Nasen-Rachen-Abstrich. Das Testergebnis liegt nach 15 Minuten vor. 99,22 (Siemens) oder 99,68 Prozent (Roche) der nicht-infizierten Personen werden erkannt. Es besteht eine geringe Restwahrscheinlichkeit eines falsch positiven Tests. Im Gegenzug werden 96,72 (Siemens) oder 96,52 Prozent (Roche) der Infizierten erkannt. Rund 3,5 Prozent der Infizierten erhalten ein falsch-negatives Ergebnis.

Gibt es Anfang Dezember schon ausreichend Test?

„Die Bundesregierung hat zugesagt, dass ausreichend Tests zur Verfügung stehen“, sagt Gantner. Bundeskanzler Sebastian Kurz bestätigt das. „Es kommt uns sehr entgegen, dass einige vorangehen und andere erst folgen.“ Schließlich würden die Tests in Tranchen geliefert und verteilt. VN-ebi, mip

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