Wie Gemeinden in Zukunft grün werden können

Vorarlberg / 25.11.2020 • 22:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Wie Gemeinden in Zukunft grün werden können
Trockenheit ist eine Folge des Klimawandels. Klimatologe Simon Tschannett hat den KlimaKonkret-Plan mitentworfen, der Gemeinden Modellvorhaben an die Hand gibt. VN/Paulitsch

Der Vorarlberger Meteorologe Simon Tschannett ist Mitinitiator eines Plans, der Städten Klimamaßnahmen aufzeigt.

Schwarzach, Wien Verheerende Buschfeuer, schmelzende Eiskappen und Gletscher, rapides Artensterben: Die Klimakrise ist zwar aufgrund der Coronapandemie vorübergehend aus den Schlagzeilen geraten, trotzdem macht die Klimaerhitzung keine Pause. Auch in Vorarlbergs Gemeinden ist die durchschnittliche Höchsttemperatur in den vergangenen Jahrzehnten um bis zu 2,1 Grad Celsius gestiegen. Entwicklungen, mit denen sich auch der Vorarlberger Meteorologe und Stadtklimatologe Simon Tschannett (44) seit Jahren befasst. Gemeinsam mit anderen Klimaexperten wie Helga Kromp-Kolb, Obfrau des Climate Change Centre Austria (CCCA), hat er die Initiative KlimaKonkret ins Leben gerufen.

Wie Gemeinden in Zukunft grün werden können
Keine Broschüre, sondern ein Wimmelbild: Ein Auszug aus dem KlimaKonkret-Plan.

Prototypische Stadt

Das Projekt soll alle österreichischen Gemeinden dazu animieren, sich besser an den Klimawandel anzupassen: „Wir wollen klimafit als Standard bei der Weiterentwicklung von Städten und Gemeinden etablieren“, erklärt der gebürtige Sulner Tschannett. Herzstück der Initiative ist der KlimaKonkret-Plan, der konkrete Maßnahmen aufzeigt, mit denen Bürgermeisterinnen und Bürgermeister ihre Gemeinde als zukunftsfähigen Lebensraum umgestalten können.

Am Beispiel einer prototypischen, österreichischen Gemeinde wird aufgezeigt, welche konkreten Möglichkeiten für die Klimawandelanpassung zur Verfügung stehen. Die insgesamt 46 Vorschläge sind in vier farblich unterschiedlich gekennzeichnete Handlungsfelder unterteilt (einen Auszug der Maßnahmen siehe Grafik rechts): So wird anschaulich dargestellt, wie Grünräume gesichert und vernetzt werden können, Mobilität vielfältig gestaltet, Wasser intelligent genutzt sowie klimagerecht gebaut werden kann.

Präsident als Unterstützer

„Sogar wenn die Ziele des Pariser Klimavertrages erreicht werden, sind klimatische Veränderungen nicht mehr umkehrbar. Durch die im Plan vorgestellten Anpassungsmaßnahmen können diese aber abgefedert werden“, sagt Tschannett, der mit seinem Unternehmen Weatherpark viele große Städte zum Thema Klimaanpassung berät. Vor allem die Kombination der unterschiedlichen Maßnahmen führe zu positiven Auswirkungen: „Es gibt zum Glück viele Schrauben, an denen gedreht werden kann.“

In den kommenden Tagen werden 30.000 KlimaKonkret-Pläne im Format eines halben Quadratmeters an Österreichs Städte und Gemeinden versandt. Die Idee für den Plan hatte Simon Tschannett gemeinsam mit seiner Frau Gertraud Kücher vergangenen Winter bei einem Gespräch über den botanischen Garten Anima von André Heller (73) in der Nähe von Marrakesch. Der österreichische Künstler konnte als Mitinitiator des Projekts gewonnen werden. Auch Bundespräsident Alexander Van der Bellen (76) unterstützt die Initiative: „Dieser KlimaKonkret-Plan ist ein positiver Wegweiser in eine klimagerechte Zukunft. Er macht neugierig und weckt Mut.“

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