„Jede Kirche kostet einen Pfarrer“

Vorarlberg / 26.11.2020 • 16:15 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die letzten Arbeiten rund um die Gaißauer Pfarrkirche fanden im Jahr 2011 statt. <span class="copyright">ajk</span>
Die letzten Arbeiten rund um die Gaißauer Pfarrkirche fanden im Jahr 2011 statt. ajk

Die Gaißauer Kirche St. Othmar entstand durch großes Engagement von Pfarrer Anton Zimmermann.

Gaißau Das Gaißauer Gotteshaus ist dem heiligen Othmar geweiht und gehört zum Dekanat Dornbirn in der Diözese Feldkirch. Das Bauwerk steht unter Denkmalschutz. Der Vorgängerbau, die 1760 erbaute Kapelle, war 110 Jahre lang Mittelpunkt des religiösen Lebens und Zeitzeuge des Kampfes der Gaißauer für eine selbstständige Pfarrei. Altersschwäche, Baumängel und Beengtheit kennzeichneten das Kirchlein.

Neue Kirche entsteht

Das sollte sich ändern, als 1860 Pfarrer Anton Zimmermann nach Gaißau kam und verkündete, er beabsichtige den Bau einer neuen Kirche. Kein leichtes Vorhaben, denn die vorhandenen Pfründen reichten gerade zum Unterhalt des Priesters aus. Dennoch ließ sich der Pfarrer nicht entmutigen und bettelte zwei Jahre in ganz Tirol und Vorarlberg um Spenden zum Bau des jetzigen neugotischen Gotteshauses. Er besorgte die Baupläne von Stadl, Innsbruck, die heute noch im Pfarrhaus aufbewahrt sind. Rund 16.000 Gulden betrugen die finanziellen Gaben.

Das Sprichwort „Jede Kirche kostet einen Pfarrer“ hatte sich bewahrheitet, denn nach diesem Kraftakt war die Gesundheit des Gottesmannes ruiniert.

Festpredigt vor Tausenden Gästen

Am 2. April 1870, einen Monat nach der Baubewilligung, fand die feierliche Grundsteinlegung durch Pfarrer Zimmermann als Beauftragten des Bischofs statt. Der Pfarrer von Rorschach hielt vor 3000 Leuten eine Festpredigt. Unter dem Eckstein wurde ein Wohltäterverzeichnis in einer Flasche eingemauert. Am 7. Juli 1873 wurde die Kirche durch den Generalvikar geweiht. In den folgenden Jahrzehnten erfuhr das Innenleben der Kirche einige Veränderungen. Am eindrücklichsten waren die Umgestaltung und Sanierung 1983. Seitdem präsentiert sich das Innere der Kirche in vereinfachter, zum Teil modernisierter Gestalt.

Die jüngsten Baumaßnahmen

Vor neun Jahren wurden die Innenräume umfassend renoviert. Risse wurden ausgebessert ein neuer Kalkanstrich aufgebracht. Die Farbgebung wurde gemeinsam mit dem Bundesdenkmalamt basierend auf den ursprünglichen Farbtönen festgelegt. Die hölzernen Kirchenbänke und die Wandtäfelungen sowie der Holzboden wurden abgebeizt bzw. abgeschliffen und geölt. Auch die Figuren wurden einer Restaurierung unterzogen. Wichtig waren die Maßnahmen gegen aufsteigende Feuchtigkeit in den Emporensäulen. mec

Du hast einen Tipp für die VN Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@vn.at.