Wie sich das Rote Kreuz auf die Massentests vorbereitet

Vorarlberg / 26.11.2020 • 07:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Wie sich das Rote Kreuz auf die Massentests vorbereitet
Landesrettungskommandant Werner Meisinger im VN-Interview.

Coronavirus und das Rote Kreuz: So hat sich die Arbeit verändert.

Bregenz Noch etwas mehr als eine Woche, bis die Coronamassentests beginnen. Das Rote Kreuz ist für die Durchführung der Tests verantwortlich. Landesrettungskommandant Werner Meisinger berichtet im VN-Interview über die Vorbereitung und die Zeit danach.

Sie müssen bis zu 640 Leute abstellen. Haben Sie das Personal?

Wir gehen davon aus, dass wir für die Testabnahme pro Station fünf Mitarbeiter benötigen. Das müssen zertifizierte Sanitäter sein. So kommen wir auf rund 400 Mitarbeiter an jedem Tag. In drei Tagen macht das 1200 Mitarbeiter. Da schauen wir, dass wir zusätzliche Unterstützung bekommen. Aber den Großteil werden wir stellen müssen. Das ist eine Herausforderung, wir müssen das Personal nicht nur rekrutieren, sondern auch schulen.

Werden Sie alle Möglichkeiten ausschöpfen?

Selbstverständlich, das werden wir müssen. Wir laden befreundete Organisationen mit ein. Und natürlich werden wir auf Krankenhäuser und niedergelassene Ärzte zugehen. Wir schauen, dass wir Unterstützung von Arztassistenten und Krankenhauspersonal bekommen. Wir werden jeden Kopf benötigen. Zum Gesundheitspersonal stellen wir auch noch zusätzliche Mitarbeiter, die bei der Administration aushelfen.

Schaffen Sie das bis zum Nikolauswochenende?

Wir haben mit der Vorbereitung nicht bis zur Entscheidung gewartet, sondern schon im Vorfeld begonnen, Mitarbeiter zu suchen und auszubilden. Die Schulungsoffensive wird jetzt zum Maximum intensiviert.

Wie geht es nach den Massentests weiter?

Ich will nichts vorwegnehmen. Aber Experten sprechen davon, dass eine einmalige Testung zwar gut ist, aber eine weitere Testoffensive erfolgen muss. Wir sind auf eine mögliche weitere Aktion vorbereitet. Auch bei der Impfung sind wir dran, dass wir Strukturen, die wir jetzt für die Tests benötigen, später auch für die Impf­offensive nutzen können.

Wie geht es eigentlich dem Roten Kreuz? Haben Sie viele Coronafälle zu beklagen?

Derzeit ist zum normalen Rettungsdienst Corona dazugekommen. Da tun sich ganz andere Aufgabenfelder auf. Jeder Mitarbeiter wächst momentan über sich hinaus. Die Zusammenarbeit ist extrem gewachsen. Aktuell haben wir 20 Personen, die positiv getestet wurden und 30 Personen als K1 in Absonderung. Unsere Mitarbeiter schauen sehr stark auf die Hygiene und die Vorgaben, weil sie Vorbildwirkung haben. Die Ansteckungen passieren im Hauptberuf oder im Privaten.

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