Dem Wälder Tourismus fehlen heuer 333.000 Nächtigungen

Vorarlberg / 27.11.2020 • 16:10 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
<p class="caption">In Riefensberg war das Hochlitten im Sommer 2019 geschlossen, das erklärt den erfreulichen Nächtigungszuwachs in der Sommersaison 2020. <span class="copyright">STP/2</span></p><p class="caption"/>

In Riefensberg war das Hochlitten im Sommer 2019 geschlossen, das erklärt den erfreulichen Nächtigungszuwachs in der Sommersaison 2020. STP/2

Im Oktober reduzierten deutsche Reisewarnungen das Ergebnis um mehr als die Hälfte.

Egg Der Tourismussommer endete so, wie er begonnen hat: Ende September verfügte Reisewarnungen von Deutschland zerschlugen die Hoffnungen auf ein Happy End und führten dazu, dass die Oktoberbilanz mit einem Minus von mehr als 55 Prozent ernüchternd ausfiel.

Dabei hatte es nach dem katastrophalen Ende der Wintersaison und dem ebenso verheerenden Start in den Sommer mit de facto Totalausfällen (April minus 99,6 Prozent, Mai minus 96 Prozent) in der Hochsaison sehr verheißungsvoll ausgesehen. Von Juli bis September legten die Nächtigungen sogar erfreulich zu und federten die Verluste aus dem ersten Saisondrittel etwas ab. Mehr als 25.000 Nächtigungen konnte die Region gegenüber der Hochsaison 2019 zulegen – der Oktober drehte diese erfreuliche Entwicklung jedoch wieder ins Gegenteil und so stand am Ende der Sommersaison ein Minus von rund 168.000 Nächtigungen, das sind gegenüber der Vorsaison 20,2 Prozent.

Rote Zahlen auch im Winter

Hinzu kommt für die Gesamtbilanz des Tourismusjahres (1. November 2019 bis 31. Oktober 2020) auch noch ein Minus von knapp 165.000 Nächtigungen im Winterhalbjahr, sodass dem Wälder Tourismus heuer rund 333.000 Nächtigungen auf das Ergebnis 2018/19 fehlen. Das entspricht einem Minus von 17,9 Prozent, wie Geschäftsführerin Herlinde Moosbrugger gegenüber der VN-Heimat auflistet.

Ungewisse Zukunft

Und sie fasst die Bilanz zusammen: „Damit ist das turbulente Tourismusjahr 2019/20 abgeschlossen. Der Fokus der Arbeit richtet sich auf den kommenden Winter und kommenden Sommer.“ Einen Zeitraum, der zumindest für den Start der Wintersaison mit vielen Fragezeichen behaftet ist, denn niemand kann heute vorhersagen, ob die Saison im Dezember überhaupt gestartet werden kann.

Es gab auch Lichtblicke

So enttäuschend das Gesamtergebnis im Sommerhalbjahr auch war, es gab auch einige Lichtblicke: So verzeichnete Warth gegenüber dem Sommer 2019 einen erfreulichen Zuwachs von mehr als 5000 Nächtigungen, das sind fast 15 Prozent. Zurückzuführen ist dies vor allem auf den Umstand, dass das Hotel Warther Hof im Sommer 2019 bis Ende August geschlossen war, weil das Haus einer umfassenden Modernisierung unterzogen wurde.

Kleine Lichtblicke

Ähnlich die Situation in Riefensberg, wo im Vorjahr der größte Betrieb – Hochlitten – ebenfalls wegen Renovierung nicht zur Verfügung stand. Das relativiert die erfreulichen Ergebnisse ein wenig. Andererseits blieb heuer das Hotel Steffisalp im ganzen Sommer geschlossen. Als dritte Gemeinde der Region kann auch Schröcken einen kleinen Zuwachs gegenüber Sommer 2019 vermelden, alle anderen 19 Gemeinden mussten hingegen zum Teil empfindliche Rückgänge hinnehmen.

In Mellau sind dies mehr als 25.000 Nächtigungen, das sind 27 Prozent. In Au fehlen mit mehr als 18.000 Nächtigungen auf den Sommer 2019 knapp 16 Prozent, fünfstellig waren die Rückgänge auch in Bezau (17.000/25 Prozent), Schoppernau (14.000/16 Prozent), Reuthe (13.000/38 Prozent), Egg (11.000/31 Prozent), Hittisau (11.000/25 Prozent) und Schwarzenberg (11.000/28 Prozent).

Inklusive der Nächtigungsrückgänge im Winterhalbjahr hatte Damüls mit über 36.000 Übernachtungen/minus 13 Prozent die größten Einbußen zu verkraften. Nur wenig geringer war das Minus in Bezau mit fast 35.000/27 Prozent, Au mit 32.000/14 Prozent und Mellau mit 30.000/15 Prozent. STP

Der Wartherhof war 2019 bis Ende August wegen Modernisierung geschlossen. Heuer trug er maßgeblich zum erfreulichen Ergebnis von Warth bei.
Der Wartherhof war 2019 bis Ende August wegen Modernisierung geschlossen. Heuer trug er maßgeblich zum erfreulichen Ergebnis von Warth bei.

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