Massentests: Warum eine hohe Dunkelziffer ein besseres Ergebnis bringt

Vorarlberg / 27.11.2020 • 23:30 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Massentests: Warum eine hohe Dunkelziffer ein besseres Ergebnis bringt
Am 4. Dezember starten die Massentests in Vorarlberg. VN/PAULITSCH

Die Genauigkeit der Massentests hängt von der Zahl der Infizierten ab.

Schwarzach Die Vorbereitungen für die Corona-Massentests laufen. Am Freitag meldeten die Gemeinden, ob ihnen die aktuelle Einteilung der Testlokale passt. Heute, Samstag, stehen wieder Schulungen beim Roten Kreuz an. Während sich das Land also rüstet, wird hinter den Kulissen über die Frage diskutiert, wer die Tests bezahlt. Die Verhandlungen zwischen Bundes- und Landesregierung laufen.

80 Teststationen in 43 Gemeinden müssen nun in einer Woche aufgebaut werden. Am 4. Dezember beginnt der dreitägige Testmarathon. Verwendet wird ein Antigentest. Das sind Schnelltests, die weniger kosten als die klassischen PCR-Tests. Sie weisen nicht Virenfragmente nach sondern Proteine, die auf das Virus schließen lassen. Rund 100 Unternehmen bieten Antigentests an. Österreich hat sich für Tests der Firmen Roche und Siemens entschieden. Ein Test liegt nicht immer richtig. Er kann falsch positiv oder falsch negativ sein, weshalb beim positiven Ergebnis ein PCR-Test gemacht werden muss. Auch Variablen wie die Zahl der Getesteten und die Dunkelziffer sind nötig, um das Testergebnis richtig einschätzen zu können. Das Robert-Koch-Institut zeigt das anhand einer Darstellung (siehe Grafik). Es nimmt an, dass das Ergebnis bei den positiv Getesteten zu 80 Prozent stimmt und bei den negativ Getesteten zu 98 Prozent. Das sind sehr konservative Schätzungen, wie das deutsche Ärzteblatt schreibt. Die Berechnung zeigt: Je höher die Dunkelziffer, desto genauer das Testergebnis.

Massentests: Warum eine hohe Dunkelziffer ein besseres Ergebnis bringt

In Vorarlberg beliefert das Bundesheer die Vorarlberger Teststationen. 220.000 Testpakete sollen am Dienstag angeleifert und am Mittwoch verteilt werden. Herausfordernd ist die Vorbereitung in Bludenz, da sich der Bürgermeister als Kontaktperson in Quarantäne befindet. Möchte man zumindest meinen. Aber dass die Vorbereitungen so gut laufen, hätte sich Bürgermeister Simon Tschann nicht erwartet. Sein Vize Mario Leiter wurde positiv auf das Coronavirus getestet. Er befinde sich bereits wieder auf dem Weg der Besserung. Ein Antigentest fiel bei Tschann negativ aus. Anfang kommender Woche soll ein PCR-Test folgen. Bis dahin koordiniert er die Vorbereitungen von zu Hause aus. Getestet wird im Davennasaal in Stallehr, im Bludenzer Stadtsaal und in der Wichnerhalle (Mittelschule).

Laut Landesrat Christian Gantner soll ab Montag die Anmeldung möglich sein. Dann stehen auch Webseite und Telefonnummern fest, an die sich die Bevölkerung wenden kann. Geklärt ist bereits, dass die Landesregierung Kosten übernimmt (die VN berichteten). Sie möchte das Geld von der Bundesregierung zurück. Gesundheitsminister Rudolf Anschober erklärte, dass mit den Landeshauptleuten bereits darüber gesprochen wurde. Der Bund zahle die Tests und die Basiskosten. “Wenn es Zusatzwünsche gibt, wird das bestimmt bei der nächsten LH-Konferenz mit dem Kanzler und mir besprochen.”

Text: Birgit Entner-Gerhold und Michael Prock

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