Wie Bundesheer und Cobra zusammenwirken

Vorarlberg / 27.11.2020 • 18:37 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Soldaten und Polizei üben den Einsatz in sogenannten Sonderlagen. Bundesheer
Soldaten und Polizei üben den Einsatz in sogenannten Sonderlagen. Bundesheer

Seit Jahren üben Soldaten und Polizisten die Kooperation.

Bregenz Es ist etwas passiert. Schulter an Schulter rücken die beiden Uniformierten vorsichtig vor, das Sturmgewehr im Anschlag. Nur in den Uniformfarben unterscheiden sich die beiden Exekutivbeamten: Der eine trägt das Nachtblau der Polizei, der andere das Braungrau des Bundesheeres.

Zum Einsatz kommt das Heer nur über eine Anforderung zum Assistenzeinsatz, die unbürokratisch vom Land direkt an das Militärkommando gerichtet wird. In den vergangenen Jahren wurde die Zusammenarbeit geübt und geplant, das Bundesheer hat dafür eine „Reaktionskraft“ aus Berufssoldaten ausgebildet und ausgerüstet. „Das ist deswegen wichtig, weil solche Polizeilagen keine militärischen Lagen sind und andere Anforderungen mit sich bringen“, betont Militärkommandant Brigadier Gunther Hessel.

Das Training mit nichttödlichen Waffen gehört ebenso dazu wie das gemeinsame Festnehmen von Personen oder die Kommunikation im Rahmen von Polizeiaufgaben. Gemeinsam mit dem Roten Kreuz und der Polizei übte man bereits die Bewältigung von Terroranschlägen, von gewalttätigen  Demonstrationen oder von Amokläufen auf offener Straße.

Einsatzbereit in 30 Minuten

Diese Reaktionskraft steht auf Abruf bereit und könne untertags innerhalb einer halben Stunde, nachts innerhalb von 90 Minuten in den Einsatz gehen. Ihre Aufgaben wären in erster Linie die Sicherung der Polizei und das Abriegeln der Einsatzorte. Das Bundesheer wäre dann zum Beispiel der Riegel zwischen Bevölkerung und Angreifer. Eine Rolle spielt hier auch der neue Hägglund als erstes dauerhaft in Vorarlberg präsentes gepanzertes Fahrzeug. Er erlaubt die Bergung von Verletzten wie auch den Zugriff von Sondereinsatzkräften unter Panzerschutz. Seine reine Präsenz könne bereits deeskalierend wirken.

Es gibt jedoch auch Grenzen: So gibt es weder ein Jagdkommando noch Heereshubschrauber in Vorarlberg. Eine Weiterentwicklung der Zusammenarbeit von Polizei und Bundesheer im Ländle wurde schon vor dem Terroranschlag in Wien geplant. VN-rau

Die Einsatzmöglichkeit des Heeres hat auch Grenzen. Wo die Herausforderung liegt und die Rolle des Landes dabei lesen Sie im letzten Teil dieser Serie am Montag.

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