„Von Verunsicherung besonders betroffen“

Vorarlberg / 29.11.2020 • 17:16 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Eine Jugendfahrradwerkstatt kann der Beginn einer sinnstiftenden Tätigkeit sein.OJAD
Eine Jugendfahrradwerkstatt kann der Beginn einer sinnstiftenden Tätigkeit sein.OJAD

Die 14. Fachtagung der Offenen Jugendarbeiten Österreichs fand nicht in Dornbirn, sondern online statt.

Dornbirn Die einzige Konstante im Leben ist die Veränderung. Was offenbar vor zweieinhalbtausend Jahren und lang danach noch galt, mag heutzutage ziemlich abgedroschen klingen. Viele Heranwachsende fühlen sich nämlich von rasanten Veränderungen und unbeständigen Werten schlichtweg überfordert. Dass junge Menschen daher professionelle Begleitung und Unterstützung brauchen, erleben jeden Tag die in der Offenen Jugendarbeit Tätigen.

„Von Verunsicherung besonders betroffen sind Jugendliche in der sensiblen Lebensphase zwischen Schule/Ausbildung und dem Übergang in die Arbeitswelt“, bestätigt der Geschäftsführer der Offenen Jugendarbeit Dornbirn (OJAD) und Vorstandsmitglied von bOJA, dem Bundesweiten Netzwerk Offene Jugendarbeit, Martin Hagen.

Vicky, Dominik, Michael, Arda, Amir, Joana, Sara. Diese Namen stehen für die zahlreichen jungen Menschen, um deren Zukunft es im Netzwerk der bundesweiten und der internationalen Jugendarbeit geht. Die Bundesfachtagung der Offenen Jugendarbeit sollte in diesem Jahr zum Thema „Schöne neue Welt der Arbeit“ in Dornbirn stattfinden. „Mehr als 200 Teilnehmer waren angemeldet“, sagte die Präsidentin des Vorarlberger Gemeindeverbands, Dornbirns Bürgermeisterin Andrea Kaufmann. Wenngleich sie bedauerte, dass diese Veranstaltung nun nicht in Dornbirn durchgeführt werden konnte, schickte sie ihre Grußworte in die Videokonferenz und erklärte: „In unserer Stadt hat die Jugendarbeit eine sehr lange Tradition. Sie ist Vorreiterin in jugendrelevanten Bereichen und in der Jugendbeteiligung.“

Landeshauptmann Markus Wallner war ebenfalls zur Online-bOJA-Fachtagung geladen. „Seit Beginn der Ära Wallner in Vorarlberg ist die Jugend zur Chefsache erklärt worden“, lobte Thomas Dietrich von der koje, der auch im Vorstands­team von bOJA tätig ist. Der Landeshauptmann zeigte sich erfreut über das Engagement der Offenen Jugendarbeit und räumte ein, dass viele Chancen für junge Menschen derzeit auf der Strecke blieben. Die Folgen der Pandemie und die dramatischen Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt dürften den Blick auf die Perspektiven von Jugendlichen nicht verstellen.

Wallner setzt den Fokus auf die „Zeit danach“ und verriet, dass die Offene Jugendarbeit mit einem neuen Projekt im Landhaus vorstellig geworden war. „Wir sollten an der Idee weiterarbeiten und herausfinden, inwieweit die Offene Jugendarbeit im Bereich Arbeitsmarkt noch mehr leisten kann, als sie es bereits tut“, so der Landeshauptmann. Vordergründig gehe es um junge Menschen, die gerade die OJA durch ihre langjährige Erfahrung und den niederschwelligen Zugang erreichen kann. „Jugend braucht Freiräume, sie braucht aber auch Hilfestellung“, resümierte Wallner. erh

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