Bis zu drei Jahren Haft bei Fahrerflucht

Vorarlberg / 30.11.2020 • 22:29 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Bei Sachschäden ohne anwesenden Unfallgegner genügt es nicht, einen Zettel unter den Scheibenwischer zu stecken. SYMBOL/VN/SOHM
Bei Sachschäden ohne anwesenden Unfallgegner genügt es nicht, einen Zettel unter den Scheibenwischer zu stecken. SYMBOL/VN/SOHM

In Vorarlberg drückten im Vorjahr 125 Lenker nach einem Unfall aufs Gas.

Schwarzach, Wien Im Jahr 2019 haben Lenker bei österreichweit 2251 Unfällen Fahrerflucht begangen. Dabei wurden 2568 Menschen verletzt und zehn starben, berichtete der ÖAMTC und verwies auch auf die schwerwiegenden rechtlichen Konsequenzen solchen Verhaltens.

Die meisten Fahrerfluchtunfälle verzeichnete Wien (601), gefolgt von Niederösterreich (371) und Oberösterreich (314). In Vorarlberg kam es zu 125 Fahrerfluchtunfällen. Heuer werde die Zahl ähnlich oder wegen des durch die Coronakrise geringeren Verkehrsaufkommens etwas zurückgegangen sein.

„Emotionale Ausnahmesituation“

Ein Unfall sei für alle Verkehrsteilnehmer „eine emotionale Ausnahmesituation“. Eine Entschuldigung, sich der Verantwortung zu entziehen, „ist das freilich nicht“, stellte ÖAMTC-Verkehrspsychologin Marion Seidenberger klar.

Je nach Schwere des Vergehens bzw. der Folgen muss man mit bis zu 2180 Euro Verwaltungsstrafe rechnen. Ist der Straftatbestand des Imstichlassens eines Verletzten erfüllt, droht ein gerichtliches Strafverfahren mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren. „Von der juristischen Seite abgesehen, ist man im schlimmsten Fall für den Tod eines Menschen verantwortlich, dem durch unmittelbare Hilfsmaßnahmen vielleicht hätte geholfen werden können“, wurde betont.

Dunkelziffer deutlich höher

„Die tatsächliche Anzahl der Unfälle mit Fahrerflucht liegt vermutlich deutlich höher, denn reine Sachschäden werden in der Statistik nicht erfasst“, sagte Seidenberger. Das sind die Vorschriften: Vor Ort bleiben gilt sowohl für Sachschäden als auch für Unfälle mit Personenschaden. Bei Unfällen mit Personenschaden sind immer Polizei und Rettung zu alarmieren. Die „Blaulichtsteuer“ (36 Euro) entfällt in diesem Fall. „Wer selbst nicht Hilfe leisten kann, muss unbedingt zumindest Hilfe herbeiholen“, sagte die ÖAMTC-Expertin.

„Bei Sach- und Parkschäden ohne anwesenden Unfallgegner genügt es nicht, einen Zettel oder eine Visitenkarte hinter den Scheibenwischer zu stecken. Man muss den Unfall unverzüglich bei der Polizei melden“, so Seidenberger weiter.

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