Katerstimmung in Deutschland

Vorarlberg / 30.11.2020 • 22:39 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Zahl bestätigter Infektionen ist niedriger als in Österreich, geht aber nicht zurück.

SCHWARZACH In Österreich, aber auch im Bodenseeraum hatte Vorarlberg Mitte November die meisten Covid-19-Infektionen gemessen an der Bevölkerung. Das hat sich geändert. Die Zahl bestätigter Fälle pro 100.000 Einwohner und Woche ist um zwei Drittel auf 298 gesunken. Einen solchen Rückgang gab es sonst nirgends.

In den benachbarten Kantonen in der Schweiz ist diese Inzidenz zuletzt stagniert; in St. Gallen bei etwa 400 und in Graubünden bei rund 300. Ganz zu schweigen von deutschen Bundesländern und Regionen. In Summe sind die Werte dort zwar relativ niedrig, gehen aber nicht zurück. Frustration macht sich breit: In der ARD-Diskussionssendung „Anne Will“ ließ die Physikern Viola Priesemann am Sonntagabend eine böse Ahnung aufkommen: Beim leichten Lockdown könnte es noch monatelang bleiben.

2020 wird jedenfalls kaum noch etwas besser werden: Baden-Württemberg weist eine Reproduktionszahl von 1,02 auf. 100 Infizierte stecken demnach 102 weitere Personen an. Die Ausbreitung des Virus ist also gebremst, aber nicht gestoppt. Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hat nun darauf reagiert: Nur für die Weihnachtstage von 23. bis 27. Dezember werden strenge Kontaktbeschränkungen gelockert. Danach gelten sie wieder. An Silvesterfeiern dürfen folglich maximal fünf Personen aus zwei Haushalten teilnehmen.

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) drängt auf härtere Maßnahmen. Kein Wunder: Mit 580 wies die Stadt Passau gestern die höchste Inzidenz Deutschlands auf. In Lindau blieb sie mit 94 stabil.

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