Skiunfälle können zur Belastung werden

Vorarlberg / 30.11.2020 • 18:40 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
3,2 Millionen Österreicher gehen laut Kuratorium für Verkehrssicherheit gelegentlich Ski fahren, 1,6 Millionen regelmäßig.Lerch
3,2 Millionen Österreicher gehen laut Kuratorium für Verkehrssicherheit gelegentlich Ski fahren, 1,6 Millionen regelmäßig.Lerch

Wintersport wirkt sich auf Spitalskapazitäten aus. Krankenhäuser mahnen bei Risikosportarten zu Zurückhaltung.

Wien Viele Jobs und hohe Umsätze hängen am Wintertourismus in Vorarlberg. Um jeden Öffnungstag wird derzeit gefeilscht. Angesichts der Coronapandemie ist das kein leichtes Unterfangen. Es ist ein Abwägen zwischen Arbeitsplätzen, wirtschaftlichen Existenzen und den Kapazitäten im Gesundheitssystem. Wie stark die Spitäler ausgelastet sind, hängt aber nicht nur vom Coronavirus ab. Die anstehende Grippesaison wird ebenso zur Herausforderung wie auch mögliche Wintersportunfälle. Gerald Fleisch, Geschäftsführer der Krankenhausbetriebsgesellschaft, appelliert an die Vernunft. „Wir bitten die Vorarlberger Bevölkerung, bei der Ausübung aller Risikosportarten Zurückhaltung zu üben und Vorsicht walten zu lassen.“ Denn in der Tat wirke sich die Anzahl der Wintersportunfälle, die einer stationären Behandlung bedürfen, auf die Spitalskapazität aus.

Österreichweit verletzen sich jährlich 25.600 Menschen bei Skiunfällen so schwer, dass sie im Krankenhaus behandelt werden müssen, berichtet das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) Anfang des Jahres. Gebrochene Knochen und Sehnenverletzungen machen den Großteil der Unfälle aus. Kopfverletzungen seien aufgrund der hohen Helmtragequote tendenziell rückläufig. Spitzenreiter bei den Unfallzahlen ist Salzburg mit fast 6000 Verletzten pro Jahr, gefolgt von Tirol (5400) und der Steiermark (4400). Vorarlberg verzeichnet laut KFV-Statistik jährlich 2300 Skisport-Verletzte.

Viel Personal im Covid-19-Einsatz

„Viele Patienten müssen nach Wintersportunfällen und gerade an starken Skiwochenenden stationär aufgenommen werden“, berichtet der KHBG-Geschäftsführer. Oft sei bei den Behandlungen eine Narkose erforderlich. Das Anästhesiepersonal müsse derzeit allerdings genauso wie das OP-Personal in großem Umfang bei der Versorgung schwerkranker Covid-19-Patienten mithelfen.

Hoffen auf Umsicht

Dass die Kapazitätsgrenzen erreicht werden, glaubt Fleisch nicht. Man habe zum einen Vertrauen in das Verantwortungsbewusstsein der Bevölkerung, zum anderen sorge das wieder aufgebaute Notversorgungszentrum für Entlastung. Dennoch appelliert Fleisch ein weiteres Mal eindringlich an alle, derzeit umsichtig und verantwortungsvoll zu handeln, „sowohl was die Einhaltung der Schutzmaßnahmen generell anbelangt, als auch, was Sportarten mit erhöhtem Verletzungsrisiko betrifft.“ VN-ebi

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