Wie Studieren neben Job, Familie und Corona gelingen kann

Vorarlberg / 01.12.2020 • 14:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Wie Studieren neben Job, Familie und Corona gelingen kann
Der technikbegeisterte Dominik Bodé will wissen, wie seine Umwelt funktioniert. BODE

Dominik Bodé beendet gut organisiert berufsbegleitendes Studium.

Frastanz „Man muss das Ziel vor Augen haben“, fasst Dominik Bodé die vergangenen drei Jahre zusammen. In diesen hat er berufsbegleitend an der Fachhochschule Vorarlberg sein Bachelorstudium im Fachbereich Mechatronik absolviert. Eigentlich wollte der Frastner schon länger studieren, aber es ergab sich einfach nicht. Bis er eines Tages auf eine Anzeige der FH Vorarlberg stieß, die einen technischen Studiengang berufsbegleitend anbot. „Für mich kam kein Vollzeitstudium infrage. Ich arbeite und habe eine Familie“, erklärt der 32-Jährige, der schon immer von Technik fasziniert war.

Richtige Studienwahl

Beim Bewerbungsgespräch an der FH wurde er darauf aufmerksam gemacht, dass die sechs Semester zeitintensiv werden. Im Rückblick kann Dominik Bodé sagen, dass er den Aufwand, den das Studium mit sich bringt, nicht unterschätzt hat. „Ich habe mir das Lernpensum extremer vorgestellt. Aber es liegt wahrscheinlich daran, dass es das richtige Studium für mich war. Ich habe mir immer leicht mit Mathe und Physik getan“, schildert er mit einem Zwinkern. Das bedeutet nicht, dass es ihm keinen Biss abverlangt hätte und für ihn keine Nachtschichten zum Lernen angefallen wären – vor allem während der Prüfungszeit.

Freizeit eingeteilt

Der sportliche Frastner hat sein Studium als Hobby angesehen, in das er blockweise am Freitag und Samstag seine Zeit investiert. Familien- und Lernzeit habe er streng im Kalender eingeteilt und auch eingehalten. In seiner übriggebliebenen Freizeit war er während der warmen Tage mit Freundin und seinen beiden Kindern baden, sie haben gemeinsame Ausflüge unternommen oder er hat den Garten umgegraben.

Sehr entgegengekommen sei ihm sein Arbeitgeber. Er reduzierte sein Arbeitspensum auf 70 Prozent. „Meine Firma hat mich immer unterstützt, auch während meiner Teilzeit“, erklärt Dominik Bodé, der Technik liebt, weil man was in der Hand habe und erklären könne, wie die Umwelt funktioniert. Er ist bei der Rhiva AG, einem Unternehmen, das Antriebsstränge für Elektrofahrzeuge produziert, als Testingenieur angestellt. Seit seinem Studienabschluss im Juli arbeitet er nun wieder Vollzeit im Liechtensteiner Unternehmen. Das Thema seiner Bachelorarbeit hat er sich zusammen mit seiner Firma ausgesucht. „Das war etwas einfacher. Außerdem konnte ich das Thema auch in der Firma bearbeiten“, ist er im Nachhinein froh.

Das coronabedingte Online-Learning in seinem sechsten und letzten Studiensemester hat ihn nicht aus der Ruhe gebracht. Zum einen, da sich der Hauptteil um seine Abschlussarbeit gedreht hat, zum anderen, weil die Vorlesungen via Microsoft-Teams abgehalten wurden und das Lernpensum schon etwas niedriger war. „Da schon die Semester zuvor Biss und Disziplin abverlangt haben, ging mein letztes Semester auch virtuell gut.“

Weiterer Kick

Auf die Frage, ob ihm sein Studium nicht fehlt, lacht er. Anstelle seines Mechatronikstudiums ist ein neues Hobby dazugekommen. Im Sommer hat er mit dem Klettern angefangen. Je nach Möglichkeit draußen am Felsen oder drinnen in der Kletterhalle. Dominik Bodé ist fasziniert von der Mischung aus Technik und Adrenalin. In seiner Jugend hat er sich den Kick schon beim Skate- und Snowboardfahren geholt. Einen weiteren Kick könnte er sich bei einem Masterstudium im technischen Bereich vorstellen. „Wenn es eines berufsbegleitend geben würde, könnte ich mir vorstellen, einer der Ersten zu sein, der sich einschreibt.“

Dominik Bodé

Berufsbegleitender Bachelorstudiengang Mechatronik an der FH Vorarlberg

Alter: 32

Wohnort: Frastanz

Laufbahn: Konstrukteur bei Rhiva AG

Hobbys: Klettern, Wandern, Schwimmen

Lebensmotto: carpe diem

Lieblingsessen: Thaicurry