Warum Ärzte ihre eigenen Impfkonzepte entwickeln

Vorarlberg / 07.12.2020 • 05:30 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
In die Coronaimpfung werden große Hoffnungen gesetzt. <span class="copyright">VN/Stiplovsek</span>
In die Coronaimpfung werden große Hoffnungen gesetzt. VN/Stiplovsek

Sie wollen Impfung nicht an nichtmedizinisches Personal delegiert haben.

Dornbirn Die Aussicht auf eine Impfung gegen das Coronavirus vielleicht schon im Jänner hat bereits zu intensiven Vorarbeiten für eine Ablaufstrategie geführt. Wie berichtet stehen alte Menschen in Seniorenheimen, Gesundheitspersonal sowie Risikogruppen auf der Impfliste ganz oben. Wer die Impfungen durchführt, ist noch Gegenstand von Verhandlungen. Geht es nach den Plänen des Gesundheitsministeriums, soll auch nichtärztliches Personal die Covidimpfung verabreichen dürfen. Dagegen wehren sich allerdings die niedergelassenen Ärzte in Vorarlberg. „Es geht nicht nur um einen Pieks, sondern auch darum, das Vertrauen in die freiwillige Impfung zu erhöhen“, betont deren Sprecher Burkhard Walla. Bei der Covid-19-Impfung werde ein Wirkstoff verabreicht, auf den jeder Mensch theoretisch reagieren könne. „Deshalb sollte eine Impfung grundsätzlich in einem Ordinationsumfeld erfolgen.“ Walla bestätigte auf VN-Nachfrage, dass entsprechende Konzepte dafür bereits in Ausarbeitung sind.

Impfgespräch und Aufklärung

Die Skepsis gegenüber einer Covidimpfung lässt sich nicht wegdiskutieren. Obwohl auch sehr viel Hoffnung damit verbunden ist, liegt die relativ kurze Entwicklungszeit selbst vielen Impfwilligen im Magen. „Das heißt für mich als Arzt, dass wir alles tun müssen, um die Akzeptanz der Covidimpfung für eine breite Mehrheit zu stärken“, erklärt Burkhard Walla. Die fachkundige Impfung durch einen erfahrenen Arzt trage gerade bei einem noch unbekannten Impfstoff wesentlich zur Vertrauensbildung bei, gibt sich der Ärztekammervizepräsident überzeugt. Warum, das erklärt Walla so: „Eine Impfung ist kein Pieksen und auch kein Blutabnehmen. Hier wird ein Wirkstoff verabreicht, auf den jeder Mensch theoretisch reagieren kann, und dann braucht es einen Arzt, um sofort die richtigen Maßnahmen setzen zu können.“ In einer Praxis könne ein Patient zudem im Rahmen eines Impfgesprächs entsprechend aufgeklärt werden. „Dies alles ist unerlässlich, um in sensiblen Bereichen Vertrauen zu schaffen.“

Ambitioniertes Ziel

Die Ärztinnen und Ärzte in Vorarlberg sind laut Walla bereit, ihren Beitrag dazu zu leisten. Seinen Aussagen nach sind auch bereits Konzepte in Ausarbeitung, damit alle Personen in Vorarlberg, die sich freiwillig impfen lassen wollen, von Medizinerinnen und Medizinern geimpft werden können. Demnächst sollen die von den Ärzten erarbeiteten Organisationspläne für die Covidimpfung der Öffentlichkeit vorgestellt werden. „Wir können den Menschen in Vorarlberg aber heute schon zusichern, dass sie sich darauf verlassen können, von Ärzten geimpft zu werden“, bekräftigt Burkhard Walla. Gesundheitsminister Rudolf Anschober hat als ambitioniertes Ziel eine Durchimpfungsrate von 50 Prozent genannt.