Vorarlberg ist bei Coronaimpfung zügig unterwegs

Vorarlberg / 08.01.2021 • 05:45 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Vorarlberg ist bei Coronaimpfung zügig unterwegs
Sorgfältig wird der Impfstoff von geschulten Helferinnen und Helfern für die Verabreichung vorbereitet. VLK/SERRA

Mehr als zehn Prozent der bestellten Impfdosen gehen in den Westen.

Bregenz Die Kritik der vergangenen Tage an der schleppenden Umsetzung der Coronaimpfung hat Bewegung in die Sache gebracht. Nun soll sofort und nicht erst, wie ursprünglich geplant, ab 12. Jänner breitflächig geimpft werden. Vorarlberg ist diesbezüglich jetzt schon auf der Überholspur. So haben 40 der 49 Pflegeheime bereits Impftermine fixiert bzw. umgesetzt, und zehn Prozent aller bislang bestellten 69.750 Impfdosen entfallen auf Vorarlberg. Damit liegt das westlichste Bundesland deutlich voran. Zudem will Vorarlberg bis Ende des Monats auch einen Großteil der über 85-Jährigen durchgeimpft haben.

Die meisten Heime mit Terminen

Ab der kommenden Woche wird in den Pflegeheimen umfassend geimpft (die VN berichteten). Vier Heime haben bereits geimpft, 26 einen fixen Termin. Die Impfungen erfolgen zwischen dem 12. und 15. Jänner. Neun Heime gaben noch keine Termine bekannt, „wir rechnen aber damit, dass diese spätestens heute, Freitag, melden, wann sie impfen können“, verlautete aus dem Büro von Landesrätin Katharina Wiesflecker. Mit dieser Quote liegt Vorarlberg über dem Österreichschnitt. Anfang Dezember wurde von den Heimen ein Bedarf von 6290 Impfdosen eingemeldet. Wieviel tatsächlich verimpft wird, lässt sich jedoch erst nach Ende der ersten Impftranche Ende Jänner beziffern.

Nächste Lieferung am Montag

Bisher erhielt Vorarlberg 525 Impfdosen. Für Impfungen heute, Freitag, und morgen, Samstag, stehen 3820 Impfdosen parat. „Die stellen wir vorrangig Gesundheitspersonal in Spitälern und im niedergelassenen Bereich zur Verfügung“, kündigte Landesrätin Martina Rüscher an. Weitere 2935 Impfdosen sind vorbestellt. Die Lieferung soll bis Montag eintreffen. Bestellungen werden künftig generell innerhalb von 48 Stunden umgesetzt. Dazu gibt es von Bundesseite die Order, alle Impfstoffe so schnell wie möglich zu verimpfen. Bundeskanzler Sebastian Kurz erklärte dazu: „Beim Impfen zählt jeder Tag. Komplizierte Prozesse und Bürokratie dürfen dem nicht im Weg stehen.“

Aktuell hat Österreich knapp 120.000 Impfdosen verfügbar, von denen 70.000 bis Anfang kommender Woche verimpft werden. Am Montag sind weitere 61.000 Dosen von Biontech/Pfizer im Anrollen. Die Liefermenge von Pfizer für das erste Quartal umfasst eine Million Impfdosen. Moderna hat Österreich knapp 200.000 Impfdosen, davon etwa 17.000 noch im Jänner, zugesagt. Impfstoff, der in Pflegeheimen keinen Absatz findet, geht an die Länder zur freien Verwendung. Aus Regierungskreisen hieß es, dass auf diese Weise schon bald mit der Impfung der über 85-Jährigen, die nicht in Pflegeheimen leben, begonnen werden kann. Auch für alle übrigen Bevölkerungsgruppen will Vorarlberg noch in diesem Monat eine digitale Vormerkplattform einrichten.

Altersverteilung in Österreich

475.000 Menschen sind 80+

150.000 Personen in Pflegeheimen (Mitarbeitende und Bewohner)

1,7 Millionen Menschen sind über 65+

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