VN-Stammtisch: Müdigkeit und Leistungsknick als Folgen einer Covid-Erkrankung

Vorarlberg / 21.01.2021 • 15:30 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
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Primar Peter Cerkl beantwortete beim digitalen VN-Stammtisch Leserfragen.

Schwarzach Nicht nur die Covid-19-Erkrankung an sich kann einen schweren Verlauf nehmen. Auch die Nachwirkungen belasten viele Patienten noch lange nach ihrer Genesung. Primar Peter Cerkl, Lungenfacharzt und Leiter der Pulmologie im Landeskrankenhaus Hohenems, beantwortete am Donnerstag Leserfragen rund um die Nachwirkungen einer überstandenen Covid-Erkrankung.

Wie lange hält die Immunität nach überstandener Covid-Erkrankung an?

Cerkl Darüber gibt es viele Diskussionen.Man weiß, dass Patienten nach einer überstandenen SARS-CoV-1-Erkrankung, die schon einige Jahre zurückliegt, immer noch eine Immunität haben. Bei SARS-CoV-2 weiß man es noch nicht, weil diese Erkrankung erst seit einem Jahr unter uns ist. Man geht davon aus: Je milder der Verlauf anfangs war und je geringer die Viruslast, umso kürzer hält die Immunität an. Momentan geht man davon aus, dass Genesene etwa sechs Monate immun sind.

Sind Schlafproblemen und verminderte Leistungsfähigkeit nach einer Covid-19-Erkrankung gängig?

Cerkl Auch Patienten, die milde Verläufe gehabt haben, klagen viele Monate später über Schlafstörungen und nächtliche Atemnot-Attacken. Auch Patienten mit normaler Lungenfunktion haben mitunter eine Belastungsdyspnoe sowie Müdigkeit und einen Leistungsknick. Der Mechanismus dahinter ist leider noch nicht ganz erklärbar.

Stimmt es, dass eine Covid-Erkrankung Narben auf der Lunge hinterlässt?

Cerkl Zum Glück selten. Man hatte die Angst, dass es ähnlich ist wie bei einer SARS-CoV-1-Erkrankung zu einer Fibrose kommt. Bisher sieht man das bei SARS-CoV-2 aber kaum.

Sind Mutationen am LKH Hohenems auch schon ein Thema?

Cerkl Man diskutiert natürlich darüber. Mit einer höheren Infektiosität können die Infektionszahlen ebenfalls steigen, auch bei vernünftigen Lockdown-Maßnahmen. Es liegt in der Natur des Virus, dass es sich vermehrt. Man muss damit rechnen, dass auch in Europa Mutanten entstehen. Momentan ist zudem auch die schlechteste Jahreszeit, weil durch die kalte Luft Aerosole besser übertragbar sind und Schleimhäute angreifbar sind.

Wie können sich COPD-Patienten schützen?

Cerkl Sicher ist, dass im Winter Aerosole länger in der Luft sind. Der Abstand vom Babyelefant sollte also anwachsen, also eineinhalb bis zwei Meter Abstand sollte gehalten werden. Und die FFP2-Maske bietet besseren Schutz.