Charmeoffensive der Asfinag für die CP-Variante

Vorarlberg / 26.01.2021 • 16:59 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Charmeoffensive der Asfinag für die CP-Variante
Im Schweizer Ried wurden unter anderem umfangreiche Bodenerkundungen durchgeführt. Das Vorprojekt für eine Entlastungsstraße wird jetzt erarbeitet. VN/STEURER

Treffen mit Landesrat und Lustenauer Gemeindepolitikern. Vorprojekt in Arbeit.

Lustenau, Bregenz Seit dem 11. November vergangenen Jahres herrscht Klarheit: Als Entlastungsstraße für das untere Rheintal zwischen österreichischer und Schweizer Autobahn kommt nur die CP-Variante, eine Ostumfahrung von Lustenau mit Rheinquerung und Anschluss bei St. Margrethen, in Frage. Für die ungeliebte Trasse – als Favorit galt die Z-Variante von Dornbirn Nord mitten durchs Ried – geht der österreichische Autobahnbauer, die Asfinag, jetzt auf Werbetour. Vertreter der Asfinag waren bei Marco Tittler und in Lustenau, der vom Projekt hauptbetroffenen Kommune, um für ihre Pläne zu werben und aufzuklären.

Viel Erklärungsbedarf

Den größten Erklärungsbedarf gibt es für die Autobahnen- und Schnellstraßen-Finanzierungs-Aktiengesellschaft (Asfinag) in Lustenau, wo sich schon jetzt Anrainer im östlichen Siedlungsrand gegen das Projekt in Stellung bringen. “Wir waren nach einem persönlichen Gespräch mit dem Bürgermeister auch mit Vertretern der anderen Fraktionen zusammen, um die Entscheidung für die CP-Variante zu begründen. Wir haben vereinbart, in Kleingruppen die einzelnen Themenfelder des Projekts zu bearbeiten. Gleichzeitig laufen die Planungen für das Vorprojekt”, berichtet Günter Fritz (51), Regionalleiter für Projektentwicklung bei der Asfinag.

Gezielt soll in weiterer Folge die Bevölkerung über das 1,3 bis 1,5 Milliarden Euro teure Vorhaben informiert werden. “Wir planen Ausstellungen mit Themenkojen, sobald solche Veranstaltungen wieder möglich sind”, erläutert Fritz die Informationsstrategie. Die Konzeption des Vorprojekts soll im Laufe des Jahres 2022 stehen und dann ins Ministerium geschickt werden, ehe die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) angegangen werden kann.

Wir planen Ausstellungen mit Themenkojen für die Bevölkerung, sobald das möglich ist.”

Günter Fritz, Regionalleiter Projektentwicklung Asfinag

Erst abgelehnt

Seine emotionale Ablehnung der CP-Variante hat Lustenaus Bürgermeister Kurt Fischer (57) mittlerweile abgelegt. Skepsis und Vorsicht sind geblieben. “Die Gespräche mit den Asfinag-Vertretern waren gut. Aber wir haben eines deutlich gemacht: Eine Belastungsverlagerung von West nach Ost werden wir nicht akzeptieren. Es wird ein überzeugendes Vorprojekt mit guten Tunnellösungen brauchen, damit wir da mitgehen können.”

Chance auf Umsetzung?

Schon jetzt sei er mit verschiedenen Fragen von Bürern und mit deren Ängsten konfrontiert. “Aber natürlich brauchen wir eine Entlastung für den Ort, und wenn die Zahlen der Asfinag stimmen, dann wäre diese Entlastung wirklich beträchtlich”, bemerkt Fischer.

Seit über 50 Jahren wird im unteren Rheintal und speziell in Lustenau über eine Entlastungsstraße diskutiert und gestritten. In einem konsensorientierten Planungsverfahren wurden 2011 zwei Varianten als einzig mögliche festgelegt. Es brauchte neun weitere Jahre, um nun die CP-Trasse zu ermitteln. Sie hat nach Ansicht der Asfinag-Experten die größte Entlastungswirkung und besitzt im Gegensatz zur Z-Variante eine reelle Chance auf Umsetzung.

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