Wieviel Schultests wirklich positiv waren

Vorarlberg / 28.02.2021 • 19:01 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Wieviel Schultests wirklich positiv waren
Schüler müssen sich selbst auf das Coronavirus testen. APA

Von 38 positiven Selbsttests in den ersten zwei Wochen wurden 31 per PCR-Test bestätigt.

Hard, Bregenz Christian Höpperger ist ein gewissenhafter Mann. Der Direktor der Mittelschule Mittelweiherburg in Hard testet sich mit seinen Schülern regelmäßig selbst auf das Coronavirus. Auch am Donnerstag tut er es. Resultat: positiv! Zur Sicherheit führt der 51-Jährige einen zweiten, dritten und vierten Test durch. Alle negativ. Gewissenhaft, wie er ist, ruft er dennoch bei 1450 an und landet prompt in Quarantäne. Er muss einen PCR-Test machen. Seit Ende der Semesterferien und Beginn der Testpflicht in den Schulen vor zwei Wochen wurden von Lehrern und Verwaltungsmitarbeitern 14.490 Selbsttests durchgeführt, zehn schlugen positiv an. Bei den Schülern waren in der ersten Woche 14 von 55.761 Selbsttests positiv, in der zweiten Woche 14 von 61.320, wie die Bildungsdirektion berichtet.

14 Positive unter sechs Jahren

Schüler müssen den Nasenbohrtest zweimal pro Woche absolvieren. Laut dem Nachrichtenmagazin Profil soll an Volksschulen ein dritter Testtag eingeführt werden. Die meisten positiven Ergebnisse gibt es an den Volksschulen, dort erwischte es 17 Schüler und drei Lehrer. An der Unterstufe wurden fünf Schüler und sieben Lehrer positiv getestet, an der Oberstufe sechs Schüler. Auch Kinder unter sechs Jahren hat das Coronavirus erwischt. 14 von ihnen zählen zu den aktiv positiven Fällen in Vorarlberg, wie eine Mitarbeiterin von Bildungslandesrätin Barbara Schöbi-Fink auf VN-Anfrage erklärt. Von diesen Kindern sind aber nicht alle automatisch in einer Betreuungsgruppe oder im Kindergarten.

Warum in Kindergärten nicht wie in den Schulen getestet wird? Das sei nicht empfohlen, sagt die Mitarbeiterin. „Die Kinder müssen in der Lage sein, sich selbst zu testen. Das kann man bei Kindern unter sechs nicht erwarten. Und wir können den Pädagoginnen diese Tätigkeit nicht zumuten.” In der Schule testen sich die Kinder selbst. 0,02 Prozent und eine Woche später 0,038 Prozent der Tests fielen positiv aus. Die Zahl der Eltern, die ihren Kindern die Tests verweigern, ist gering. In der ersten Woche nach Wiederbeginn blieben 690 Pflichtschul-Schüler zu Hause, in der zweiten Woche waren es 630.

Kein Einzelfall

Von den 38 mit Selbsttest positiv getesteten Schülern und Lehrern wurden sieben nicht vom PCR-Test bestätigt. Sie durften sofort wieder in die Schule. Darunter befindet sich auch Christian Höpperger. Der Direktor hat seinen Fehler entdeckt. Im Testpaket für die Mittelschulen befinden sich 25 einzelne Tests, ein Beutel mit 25 Stäbchen sowie zwei einzelne Kontrollstäbchen. Eines davon zeigt positiv an, was allerdings sehr schlecht erklärt sei, bemängelt der Schuldirektor. Ein zweiter solcher Fall im Land ist bereits bekannt. “Wir bekommen die Tests vom Ministerium und können uns ein Video als Anleitung ansehen. Sonst gibt es keine Einschulung für etwas, was eigentlich medizinischem Personal vorbehalten ist”, ärgert er sich. Selbst als er die Behörden auf seinen Fehler aufmerksam machte, musste er das PCR-Ergebnis abwarten. Am Freitagnachmittag durfte er zur Arbeit.

Das falsche Stäbchen bescherte Christian Höpperger ein positives Resultat.
Das falsche Stäbchen bescherte Christian Höpperger ein positives Resultat.

Selbsttests

55.761 Selbsttests bei Schülern gab es in der ersten Woche nach Wiederbeginn: 30.768 in der Volksschule, 14.453 in der Unterstufe und Mittelschule sowie 10.540 in der Oberstufe. Bei Lehrern und Verwaltungspersonal gab es 6560 Selbsttests

61.320 Selbsttests von Schülern waren es in der zweiten Woche. Lehrer und Verwaltungsmitarbeiter führten 7930 Selbsttests durch.

38 Schüler und Lehrer testeten sich positiv. Sieben Tests wurden nicht durch einen PCR-Test bestätigt, 31 schon.

Text: Birgit Entner-Gerhold & Michael Prock

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